Belantamab-Mafodotin|Blenrep|86|2020 |
GSK
70 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
100 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Blenrep in Kombination mit Bortezomib und Dexamethason ist zugelassen bei erwachsenen Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Multiplen Myelom, die bereits mindestens eine Therapie erhalten haben.
Blenrep in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason ist zugelassen bei erwachsenen Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Multiplen Myelom, die bereits mindestens eine Therapie, darunter Lenalidomid, erhalten haben.
Belantamab-Mafodotin adressiert das B-Zell-Reifungsantigen (B-cell maturation antigen, BCMA). BCMA ist auf der Oberfläche fast aller Zellen des Multiplen Myeloms vorhanden, wird jedoch in den normalen B-Zellen nicht exprimiert. Belantamab-Mafodotin stellt ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat dar. Es besteht aus dem BCMA-Antikörper Belantamab, der über einen Linker kovalent an den zytotoxischen Wirkstoff Maleimido-caproyl-Monomethyl-Auristatin F (mc-MMAF) gebunden ist. Bindet das Konjugat über die Antikörper-Komponente an Zelloberflächen-BCMA, wird es in die Zelle aufgenommen. Sobald es sich in der Tumorzelle befindet, wird MMAF freigesetzt, was den Zelltod verursacht.
Die empfohlene Dosis in Kombination mit Bortezomib und Dexamethason beträgt 2,5 mg Belantamab-Mafodotin pro kg Körpergewicht, verabreicht als intravenöse Infusion über einen Zeitraum von 30 Minuten einmal alle drei Wochen. Ab dem 9. Zyklus wird Belantamab-Mafodotin als Monotherapie fortgeführt.
Die empfohlene Dosis in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason beträgt 2,5 mg Belantamab-Mafodotin pro kg Körpergewicht einmalig in Zykus 1, gefolgt von einmal 1,9 mg/kg KG alle vier Wochen ab Zyklus 2. Die Behandlung erfolgt bis zur Progression der Erkrankung oder bis zum Auftreten einer inakzeptablen Toxizität.
Vor Behandlungsbeginn, vor den nachfolgenden drei Therapiezyklen und – falls klinisch angezeigt – während der Behandlung sollten Untersuchungen beim Augenarzt stattfinden, da unter Blenrep Nebenwirkungen an der Hornhaut des Auges berichtet wurden. Zu den häufigsten zählen Keratopathien wie oberflächliche Keratitis punctata oder mikrozystenartige epitheliale Veränderungen des Hornhautepithels mit oder ohne Veränderung der Sehschärfe, verschwommenes Sehen und Symptome trockener Augen. Die Patienten sollten während der Behandlung mindestens viermal täglich Konservierungsmittel-freie Tränenersatzmittel anwenden und bis zum Ende der Behandlung auf Kontaktlinsen verzichten.
Außerdem sollte vor Behandlungsbeginn ein großes Blutbild mit Differentialblutbild und einschließlich Thrombozytenzahlen während der gesamten Behandlung häufig überwacht werden, da in den Studien Thrombozytopenien beobachtet wurden, die zu schweren Blutungen, einschließlich gastrointestinaler und intrakranialer, führen können. Patienten, die eine schwere Thrombozytopenie entwickeln, oder jene mit gleichzeitiger antikoagulativer Therapie können eine häufigere Überwachung erfordern und sollten mit einer verzögerten oder geringeren Dosis behandelt werden.
Sehr häufige Nebenwirkungen in den Studien zu Belantamab-Mafodotin waren Thrombozytopenie (22 Prozent) und Erkrankungen der Hornhaut (46 Prozent).
Unter Blenrep wurden Nebenwirkungen an der Hornhaut des Auges berichtet. Zu den häufigsten zählen Keratopathien wie oberflächliche Keratitis punctata oder mikrozystenartige epitheliale Veränderungen des Hornhautepithels mit oder ohne Veränderung der Sehschärfe und Symptome trockener Augen. Untersuchungen beim Augenarzt sollten vor Behandlungsbeginn, vor den nachfolgenden drei Therapiezyklen und, falls während der Behandlung klinisch angezeigt, stattfinden. Die Patienten sollten während der Behandlung mindestens viermal täglich Konservierungsmittel-freie Tränenersatzmittel anwenden und bis zum Ende der Behandlung auf Kontaktlinsen verzichten.
Des Weiteren wurden in den Studien Thrombozytopenien beobachtet, die zu schweren Blutungen, einschließlich gastrointestinaler und intrakranialer, führen können. Daher sollte ein großes Blutbild vor Behandlungsbeginn und, falls klinisch angezeigt, während der Behandlung gemacht werden. Patienten, die eine schwere Thrombozytopenie entwickeln, oder jene mit gleichzeitiger antikoagulativer Therapie können eine häufigere Überwachung erfordern und sollten mit einer verzögerten oder geringeren Dosis behandelt werden.
Zudem können infusionsbedingte Reaktionen auftreten. Je nach Schweregrad der Symptome sollte die Infusionsrate gesenkt oder die Infusion beendet werden.
Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Inhaltsstoffe ist das Arzneimittel kontraindiziert.
Die Zulassung von Blenrep im Jahr 2020 basierte auf den Daten der randomisierten, zweiarmigen Phase-II-Studie DREAMM-2 mit 196 mehrfach vortherapierten Multiple-Myelom-Patienten. Sie erhielten randomisiert entweder 3,4 mg/kg Körpergewicht oder 2,5 mg/kg Körpergewicht Belantamab-Mafodotin alle drei Wochen bis zur Progression der Erkrankung oder bis zum Auftreten inakzeptabler Toxizitäten. Der primäre Endpunkt war die Gesamtansprechrate. Die Dosierung von 2,5 mg/kg KG führte zu einer Gesamtansprechrate von 32 Prozent. Durchschnittlich sprachen die Patienten elf Monate an, die durchschnittliche Überlebenszeit betrug knapp 14 Monate.
Die erneute Zulassung im Jahr 2026 basiert auf den Daten der multizentrischen, randomisierten (1:1), unverblindeten Phase-III-Studien DREAMM-7 in Kombination mit Bortezomib und Dexamethason (BVd) vs. Daratumumab plus Bortezomib und Dexamethason (DVd) und DREAMM-8 in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason (BPd) vs. Pomalidomid, Bortezomib und Dexamethason (PVd). Der primäre Endpunkt war das progressionsfreie Überleben (PFS). Wichtigster sekundäre Endpunkt war das Gesamtüberleben (OS). Im Head-to-Head-Vergleich war BVd (n=243) hinsichtlich des PFS DVd (n=251) signifikant überlegen (medianes PFS: 36,6 Monate vs. 13,4 Monate; Hazard Ratio (HR) 0,41, p-Wert <0,001).
Auch im wichtigsten sekundären Endpunkt des Gesamtüberlebens (OS) ergab sich nach einem medianen Follow-up von 39,4 Monaten ein signifikanter Vorteil für BVd gegenüber DVd (HR 0,58; 95% KI: 0,43-0,79; p=0,0002). Langzeitdaten mit einem medianen Follow-up über vier Jahre (medianes Follow-up von 52,9 Monaten) belegen den anhaltenden Vorteil von BVd vs. DVd hinsichtlich des OS. Das mediane OS unter BVd wurde Stand August 2026 nicht erreicht und lag unter DVd bei 58,3 Monaten.
In der Studie DREAMM-8 war primäre Endpunkt das PFS, mit wichtigen sekundären Endpunkten einschließlich OS und MRD-Negativitätsrate. Der primäre Endpunkt PFS zeigte mit einem medianen Follow-up von 28 Monaten im BPd-Arm (n=155) ein signifikant verbessertes PFS mit einem mPFS von 32,6 Monaten im Vergleich zu 12,5 Monaten unter PVd (n=147) (HR=0,49, 95% KI: 0,35-0,68). Zudem wurde ein positiver OS-Trend unter BPd versus PVd beobachtet (HR 0,77; 95 %-KI: 0,53-1,14); die Nachbeobachtung war Stand August 2026 noch nicht abgeschlossen.
Die bedingte Zulassung des im September 2020 eingeführten Arzneimittels wurde im Jahr 2024 nicht verlängert, sodass es zeitweise nicht weiter vertrieben wurde. Im April 2026 erfolgte die erneute Zulassung.
Blenrep ist bei Temperaturen von 2 bis 8 °C (Kühlschrank) zu lagern.
Blenrep ist verschreibungspflichtig.
Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Blenrep und über einen Zeitraum von vier Monaten nach der letzten Dosis eine wirksame Verhütungsmethode anwenden. Männer mit Partnerinnen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und über einen Zeitraum von sechs Monaten nach der letzten Dosis wirksam zu verhüten.
Blenrep sollte in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der Nutzen für die Mutter gegenüber dem potenziellen Risiko für den Fötus überwiegt. Frauen sollten vor Beginn der Behandlung mit Blenrep abstillen und bis drei Monate nach der letzten Dosis nicht stillen.
Letzte Aktualisierung: 21.08.2026