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ARZNEISTOFFE

Relatlimab|Opdualag®|86|2026

 
STOFFGRUPPE
86 Zytostatika, andere antineoplastische Mittel und Protektiva
WIRKSTOFF
Relatlimab
FERTIGARZNEIMITTEL
Opdualag®
HERSTELLER

Bristol Myers Squibb

ZIELSTRUKTUR
Checkpoint-Inhibitoren
MARKTEINFÜHRUNG (D)
04/2026
DARREICHUNGSFORM

240 mg/80 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

ATC-CODE
L01FY02
ORPHAN DRUG
Nein

Indikationen

Opdualag ist zugelassen zur Erstlinienbehandlung bei fortgeschrittener, also nicht resezierbarer oder metastasierter Erkrankung. Neben 80 mg Relatlimab enthält das Arzneimittel 240 mg Nivolumab. Behandelt werden können Patienten ab zwölf Jahren, die mindestens 30 kg wiegen. Der Tumor muss eine PD-L1-Expression von < 1 Prozent aufweisen.

Wirkmechanismus

Die beiden Antikörper Nivolumab und Relatlimab verstärken die gegen den Tumor gerichtete Immunantwort über zwei verschiedene Wege. Nivolumab greift am Rezeptor Programmed Death 1 (PD-1) an und verhindert, dass dessen Liganden PD-L1 und PD-L2 an diesen binden und ihn aktivieren. Dieses Wirkprinzip ist in der Onkologie mittlerweile etabliert. Relatlimab hingegen hat ein neues Target: das Lymphozyten-Aktivierungs-Gen 3 (LAG-3). Die Antagonisierung des LAG-3-Signalwegs durch Relatlimab fördert die T-Zell-Proliferation und die Zytokinausschüttung. Zusammen bewirken Nivolumab und Relatlimab eine stärkere T-Zell-Aktivierung und Antitumor-Aktivität als jeder der beiden Antikörper allein.

Anwendungsweise und -hinweise

Die empfohlene Dosis beträgt 480 mg Nivolumab und 160 mg Relatlimab alle vier Wochen als intravenöse Infusion über 30 Minuten. Opdualag kann ohne Verdünnung angewendet oder mit 0,9-prozentiger NaCl- oder 5-prozentiger Glucoselösung verdünnt werden.

 

Änderungen der Dosis sind nicht vorgesehen. Diverse Nebenwirkungen können aber eine Unterbrechung oder einen Abbruch der Therapie notwendig machen. Hierzu zählen insbesondere immunvermittelte Nebenwirkungen, die jederzeit während der Therapie sowie noch mehrere Monate danach auftreten und eines oder mehrere Organe betreffen können. Möglich sind etwa immunvermittelte Entzündungen der Lunge (Pneumonitis), des Dickdarms (Kolitis), der Leber (Hepatitis), der Nieren (Nephritis), von hormonproduzierendem Gewebe (Endokrinopathie), der Haut oder des Herzens (Myokarditis). Die Patienten müssen über mögliche Anzeichen von immunvermittelten Reaktionen Bescheid wissen und bei deren Auftreten sofort einen Arzt aufsuchen. Sie sollen deshalb eine Patientenkarte erhalten und diese stets bei sich tragen.

 

Vor Beginn der Behandlung mit Opdualag sollte die Anwendung von systemischen Corticosteroiden und anderen Immunsuppressiva vermieden werden, weil dies die Wirksamkeit der Krebstherapie abschwächen kann. Kommt es zu immunvermittelten Nebenwirkungen, kann die systemische Gabe von Corticosteroiden aber notwendig werden. Führt dies zu einer Besserung der Nebenwirkungen, sollten die Corticosteroide langsam ausgeschlichen werden, weil anderenfalls die Nebenwirkungen wieder auftreten können.

Wichtige Wechselwirkungen

Vor Beginn der Behandlung mit Opdualag sollte die Anwendung von systemischen Corticosteroiden und anderen Immunsuppressiva vermieden werden, weil dies die Wirksamkeit der Krebstherapie abschwächen kann. Kommt es zu immunvermittelten Nebenwirkungen, kann die systemische Gabe von Corticosteroiden aber notwendig werden. Führt dies zu einer Besserung der Nebenwirkungen, sollten die Corticosteroide langsam ausgeschlichen werden, weil anderenfalls die Nebenwirkungen wieder auftreten können.

Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen in Studien zu Opdualag waren Ermüdung/Fatigue, Muskel- und Skelettschmerzen, Ausschlag, Arthralgie, Diarrhö, Pruritus und Kopfschmerzen. Die häufigsten schwerwiegenden Nebenwirkungen waren Nebenniereninsuffizienz, Anämie, Rückenschmerzen, Kolitis, Diarrhö, Myokarditis, Pneumonie und Harnwegsinfektion.

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Inhaltsstoffe ist das Arzneimittel kontraindiziert.

Studien

Ausschlaggebend für die Zulassung von Opdualag waren die Ergebnisse der Phase-II/III-Studie CA224047. Sie schloss 714 Patienten mit zuvor unbehandeltem metastasiertem oder nicht resezierbarem Melanom ein, die entweder mit Nivolumab allein (480 mg alle vier Wochen, 359 Patienten) oder mit Nivolumab/Relatlimab (480 mg/160 mg alle vier Wochen, 355 Patienten) behandelt wurden. Die Randomisierung wurde stratifiziert nach Tumor-PD-L1-Expression (≥ 1 Prozent versus < 1 Prozent). Der primäre Wirksamkeitsendpunkt war das progressionsfreie Überleben (PFS), sekundäre Endpunkte waren das Gesamtüberleben (OS) und die Gesamtansprechrate (ORR). In der Gesamtpopulation wurde eine signifikante Verbesserung des PFS beobachtet (median 10,2 Monate unter Nivolumab/Relatlimab versus 4,63 Monate unter Nivolumab). In der Subgruppe der Patienten mit PD-L1-Expression < 1 Prozent (209 Personen in der Nivolumab/Relatlimab-Gruppe und 212 in der Nivolumab-Gruppe) lauteten die Ergebnisse: PFS median 6,7 versus 3,0 Monate und ORR 36,4 versus 24,1 Prozent. Das mediane OS war in dieser Subgruppe zum Zeitpunkt der Auswertung nach median 17,78 Monaten in der Nivolumab/Relatlimab-Gruppe noch nicht erreicht und betrug in der Nivolumab-Gruppe 27,0 Monate.

Besonderheiten

Opdualag ist bei Temperaturen von 2 bis 8 °C (Kühlschrank) sowie vor Licht geschützt (Umkarton) zu lagern. Es darf nicht einfrieren. Die Durchstechflaschen können für bis zu 72 Stunden bei Temperaturen bis zu 25 °C gelagert werden.

 

Opdualag ist verschreibungspflichtig.

Weitere Hinweise

Die Anwendung von Opdualag bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, wird nicht empfohlen, es sei denn, der klinische Nutzen überwiegt das potenzielle Risiko. Zuverlässige Verhütungsmethoden sind während der Therapie und nach der letzten Gabe für mindestens fünf Monate anzuwenden. In der Stillzeit kann Opdualag außer in den ersten Tagen nach der Geburt angewendet werden, wenn dies aus klinischer Sicht notwendig ist.

Vorläufige Bewertung

Sprunginnovation

Letzte Aktualisierung: 08.05.2026

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