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ARZNEISTOFFE

Letrozol|Femara®|86|1997

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STOFFGRUPPE
86 Zytostatika, andere antineoplastische Mittel und Protektiva
WIRKSTOFF
Letrozol
FERTIGARZNEIMITTEL
Femara®
HERSTELLER

Novartis Pharma

MARKTEINFÜHRUNG (D)
01/1997
DARREICHUNGSFORM

2,5 mg Filmtabletten

Indikationen

Femara ist zugelassen zur adjuvanten Therapie postmenopausaler Frauen mit hormonrezeptorpositivem primärem Mammakarzinom sowie zur erweiterten adjuvanten Therapie des hormonabhängigen primären Mammakarzinoms bei postmenopausalen Frauen nach vorheriger adjuvanter Standardtherapie mit Tamoxifen über fünf Jahre. Es ist außerdem zur First-Line-Therapie des hormonabhängigen fortgeschrittenen Mammakarzinoms bei postmenopausalen Frauen indiziert.

 

Femara ist außerdem zugelassen zur Behandlung des Mammakarzinoms im fortgeschrittenen Stadium nach Rezidiv oder Progression der Erkrankung bei Frauen, die sich physiologisch oder nach einem künstlichen Eingriff in der Postmenopause befinden und die zuvor mit Antiöstrogenen behandelt wurden sowie zur neoadjuvanten Behandlung postmenopausaler Frauen mit hormonrezeptorpositivem, HER2-negativem Mammakarzinom, bei denen eine Chemotherapie nicht in Betracht kommt und ein sofortiger chirurgischer Eingriff nicht indiziert ist. Bei Patientinnen mit Hormonrezeptor-negativem Mammakarzinom ist die Wirksamkeit von Femara nicht belegt.

Wirkmechanismus

Letrozol ist ein Vertreter der Gruppe der Aromatase-Hemmstoffe. Mit diesen Substanzen, zu denen auch Anastrazol und Formestan gehören, wird die Umsetzung von Testosteron und Androgenen durch Aromatisierung des A-Rings zu Estrogenen gehemmt. Damit kann der Estrogenspiegel so stark gesenkt werden, dass das estrogenabhängige Wachstum der Mammakarzinomzellen gehemmt wird.

Anwendungsweise und -hinweise

Die empfohlene Dosierung ist 2,5 mg Letrozol einmal täglich. Die Tablette kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Wurde eine Dosis vergessen, kann die Einnahme nachgeholt werden, wenn dies innerhalb von zwei bis drei Stunden nach der geplanten Einnahme erfolgt. Danach sollte die Dosis ausgelassen und die Therapie am nächsten Tag mit der geplanten Einnahme fortgeführt werden. Keinesfalls sollte die Dosis verdoppelt werden.

 

Je nach Indikation erfolgt die Therapie über unterschiedliche Zeiträume, die einige Monate bis mehrere Jahre umfassen können. Patientinnen mit schwerer Leberinsuffizienz müssen während der Therapie mit Letrozol engmaschig überwacht werden.

Wichtige Wechselwirkungen

Letrozol wird über CYP2A6 und CYP3A4 metabolisiert. Über Wechselwirkungen, die auf diesem Wege zustande kommen könnten, ist nichts bekannt. In vitro hemmt Letrozol CYP2A6 und CYP2C19. Die klinische Relevanz ist nicht bekannt. Die Kombination von Letrozol mit Arzneistoffen, die über diese Enzyme metabolisiert werden, sollte dennoch unter Vorsicht erfolgen.

 

Tamoxifen, andere Antiöstrogene oder östrogenhaltige Therapien könnten die pharmakologische Wirkung von Letrozol reduzieren. Tamoxifen kann darüber hinaus die Plasmakonzentrationen von Letrozol deutlich vermindern. Die gleichzeitige Gabe von Letrozol mit Tamoxifen, anderen Antiöstrogenen oder Östrogenen sollte daher vermieden werden.

Nebenwirkungen

Die in klinischen Studien zu Letrozol am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Hitzewallungen, Hypercholesterinämie, Arthralgie, Müdigkeit, verstärktes Schwitzen und Übelkeit.

 

Wichtige weitere Nebenwirkungen sind Skelett-Ereignisse wie Osteoporose und/oder Knochenfrakturen und kardiovaskuläre Ereignisse (einschließlich zerebrovaskuläre und thromboembolische Ereignisse).

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Nicht angewendet werden darf Letrozol bei Frauen mit prämenopausalem Hormonstatus sowie während der Schwangerschaft und Stillzeit.

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Inhaltsstoffe ist das Arzneimittel kontraindiziert.

Besonderheiten

Femara ist bei Temperaturen nicht über 30 °C sowie vor Feuchtigkeit geschützt (Originalverpackung) zu lagern.

Femara ist verschreibungspflichtig.

Formeln

Letrozol

Letrozol

Die dreidimensionale Strukturformel können Sie mit einem kostenlosen Zusatzprogramm aus dem Internet, zum Beispiel Cortona von Parallelgraphics, ansehen (externer Link).

Letrozol.wrl

Weitere Hinweise

Während der Schwangerschaft und Stillzeit ist Letrozol kontraindiziert.

Letzte Aktualisierung: 29.05.2018