Toripalimab|Loqtorzi™|86|2026 |
Topalliance Biosciences Europe
240 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Loqtorzi in Kombination mit Cisplatin und Gemcitabin ist zugelassen zur Erstlinienbehandlung von erwachsenen Patienten mit rezidivierendem, für eine Operation oder Strahlentherapie nicht infrage kommendem oder metastasiertem Nasopharynxkarzinom (NPC).
Loqtorzi in Kombination mit Cisplatin und Paclitaxel ist zugelassen für die Erstlinienbehandlung von erwachsenen Patienten mit inoperablem fortgeschrittenem, rezidivierendem oder metastasiertem Plattenepithelkarzinom des Ösophagus (OSCC).
Toripalimab bindet an den Rezeptor des Programmed Cell Death Protein 1 (PD-1) und verhindert dessen Wechselwirkung mit seinen Liganden PD-L1 und PD-L2. Auf diese Weise hebt der Checkpoint-Inhibitor die PD-1-vermittelte Hemmung der Immunantwort auf und verstärkt die zytotoxische Aktivität von T-Zellen. Bei Tumoren, die PD-1 überexprimieren, führt dies zu einer Verstärkung der gegen den Tumor gerichteten Immunantwort.
Die empfohlene Dosis beträgt 240 mg Toripalimab alle drei Wochen; sie wird als intravenöse Infusion verabreicht. Erfolgt die Gabe am selben Tag wie die Chemotherapie, wird der Antikörper zuerst und über einen anderen Zugang als die Zytostatika gegeben. Die erste Infusion von Toripalimab wird über einen Zeitraum von 60 Minuten verabreicht; sofern dabei keine wesentlichen infusionsbedingten Reaktionen aufgetreten sind, kann der Infusionszeitraum bei den folgenden Infusionen auf 30 Minuten verkürzt werden. Die Therapie sollte bis zum Fortschreiten der Krankheit, bis zum Auftreten inakzeptabler Toxizität oder maximal 24 Monate lang fortgesetzt werden.
Um die Verträglichkeit der Toripalimab-Infusion zu verbessern, kann eine Prämedikation mit Antipyretika und Antihistaminika in Betracht gezogen werden. Systemische Corticosteroide sollen dagegen nicht als Prämedikation gegeben werden, da sie die Wirksamkeit des Checkpoint-Inhibitors beeinträchtigen können. Als Prämedikation der begleitenden Chemotherapie sind systemische Corticosteroide aber erlaubt.
Unerwünschte Wirkungen, die auf die verstärkte Aktivierung des Immunsystems zurückzuführen sind, können eine Unterbrechung der Therapie oder das dauerhafte Absetzen von Toripalimab erforderlich machen. Diese Nebenwirkungen können in jedem Organ oder Gewebe auftreten, auch in mehreren gleichzeitig. Möglich sind beispielsweise immunvermittelte Entzündungen der Lunge, des Dickdarms, der Leber, der Hirnanhangsdrüse, der Niere, des Herzmuskels und der Skelettmuskulatur, Hautausschlag, Schilddrüsenerkrankungen, Nebenniereninsuffizienz und Typ-1-Diabetes.
Die häufigsten Nebenwirkungen in Studien zu Toripalimab waren Blutbildveränderungen wie Anämie, Leuko-, Neutro- und Thrombozytopenie, Übelkeit/Erbrechen/Appetitlosigkeit, Hautausschlag, Fatigue und Leberfunktionsstörungen.
Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Inhaltsstoffe ist das Arzneimittel kontraindiziert.
Ausschlaggebend für die Zulassung von Loqtorzi waren in der Indikation NPC die Studie JUPITER-02 mit 289 Patienten und in der Indikation OSCC die Studie JUPITER-06 mit 514 Patienten. In der erstgenannten Studie erhielten die Patienten randomisiert im Verhältnis 1:1 entweder Cisplatin/Gemcitabin plus Toripalimab oder Cisplatin/Gemcitabin plus Placebo. Toripalimab erwies sich gegenüber Placebo in den Endpunkten progressionsfreies Überleben (PFS) und Gesamtüberleben (OS) als statistisch signifikant überlegen: medianes PFS 21,4 versus 8,2 Monate, medianes OS nicht abschätzbar versus 33,7 Monate.
In der Studie JUPITER-06 wurden die Patienten ebenfalls im Verhältnis 1:1 randomisiert auf eine Therapie mit Cisplatin/Paclitaxel plus Toripalimab oder Cisplatin/Paclitaxel plus Placebo. Hier kam es zu einer statistisch signifikanten Verlängerung des medianen PFS von 5,5 auf 5,7 Monate und zu einer konsistenten Verbesserung des medianen OS von 12,9 auf 17,7 Monate.
Sowohl das Nasopharynxkarzinom (NPC) als auch Plattenepithelkarzinome des Ösophagus (OSCC) sind seltene Krebsarten: NPC machen etwa 0,2 Prozent aller bösartigen Erkrankungen aus, OSCC etwa 0,6 Prozent.
Loqtorzi ist bei Temperaturen von 2 bis 8°C (Kühlschrank) und vor Licht geschützt (Originalverpackung)zu lagern.
Loqtorzi ist verschreibungspflichtig.
Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung und für mindestens vier Monate danach zuverlässig verhüten. Toripalimab sollte nicht in der Schwangerschaft eingesetzt werden, es sei denn, der klinische Nutzen überwiegt das potenzielle Risiko. Während der Behandlung und für mindestens vier Monate nach der letzten Dosis sollen Frauen nicht stillen.
Analogpräparat
Letzte Aktualisierung: 06.02.2026