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ARZNEISTOFFE

Secukinumab|Cosentyx®|51|2015

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STOFFGRUPPE
51 Immunmodulatoren
WIRKSTOFF
Secukinumab
FERTIGARZNEIMITTEL
Cosentyx®
HERSTELLER

Novartis Pharma

MARKTEINFÜHRUNG (D)
06/2015
DARREICHUNGSFORM

150 mg Injektionslösung in einem Fertigpen

150 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze

Indikationen

Cosentyx ist zur sys­temischen Erstlinientherapie von Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis zugelassen. Es ist, allein oder in Kombination mit Methotrexat, außerdem zugelassen zur Behandlung erwachsener Patienten mit Psoriasis-Arthritis (PsA), wenn eine vorhergehende Therapie mit DMARD unzureichend war, sowie von erwachsenen Patienten mit ankylosierender Spondylitis (AS; Morbus Bechterew), die auf eine konventionelle Therapie unzureichend angesprochen haben.

Wirkmechanismus

Secukinumab ist ein Interleukin (IL)-17A-Inhibitor. Das Zytokin IL-17A spielt bei der Pathogenese der Plaque-Psoriasis eine Schlüsselrolle und ist bei den Patienten hochreguliert. Der Arzneistoff hemmt selektiv IL-17A und wirkt dadurch entzündungshemmend und immunmodulierend.

Anwendungsweise und -hinweise

Die empfohlene Dosis beträgt 300 mg Secukinumab als subkutane Injektion. Jede 300-mg-Dosis wird als zwei separate Injektionen zu je 150 mg verabreicht. Die ersten fünf Dosen werden in einem Abstand von jeweils einer Woche gegeben. Danach setzen die Patienten die Therapie mit einer Dosis von 300 mg einmal pro Monat fort. Nach einer Schulung können sich die Betroffenen zu Hause selbst spritzen. Eine Injektion in von Psoriasis betroffene Hautbereiche sollten sie dabei möglichst vermeiden.

Wichtige Wechselwirkungen

Zu Wechselwirkungen von Secukinumab mit anderen Arzneimitteln liegen keine Daten vor. Bekannt ist jedoch, dass die Bildung mancher CYP450-Enzyme bei chronischer Entzündung durch erhöhte Konzentrationen von Zytokinen unterdrückt wird. Demzufolge könnten entzündungshemmende Behandlungen, wie mit Secukinumab, zu einer Normalisierung der CYP450-Enzymspiegel führen. Insofern kann ein klinisch relevanter Effekt auf CYP450-Substrate mit enger therapeutischer Breite, bei denen die Dosis individuell angepasst wird, nicht ausgeschlossen werden. Patienten, die mit derartigen Arzneimitteln behandelt werden, sollten ab Beginn einer Secukinumab-Therapie engmaschig überwacht werden.

Nebenwirkungen

In Studien zu Secukinumab traten Infektionen der oberen Atem­wege mit Entzündungen der Nase und des Rachens auf. Häufig kam es zu oralem Herpes, Rhinorrhö, Diarrhö und Urtikaria. Apotheker sollten die Patienten dazu anhalten, einen Arzt zu kontaktieren, wenn Zeichen und Symptome einer möglichen Infektion auftreten. Sollte sich bei einem Patienten eine schwere Infektion ent­wickeln, ist er engmaschig zu beobachten, und die Behandlung soll bis zum Abklingen ausgesetzt werden.

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Bei Patienten mit einer chronischen Infektion oder rezidivierenden Infekten in der Vorgeschichte sollte Secukinumab nur mit Vorsicht einsetzt werden.

 

Patienten können unter Secukinumab mit inaktivierten Impfstoffen oder Totimpfstoffen geimpft werden, Lebendimpfstoffe sollten dagegen nicht angewendet werden. Ferner wird geraten, die Verschreibung von Secukinumab bei Patienten mit Morbus Crohn nur vorsichtig vorzunehmen, da in klinischen Studien Exazerbationen der chronisch-entzündlichen Darm­erkrankung beobachtet wurden.

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Inhaltsstoffe ist das Arzneimittel kontraindiziert.

Studien

Die Zulassung von Secukinumab basiert auf den vier randomisierten Phase-III-Studien ERASURE, FIXTURE, FEATURE und SCULPTURE. Secukinumab verbesserte darin sowohl im Vergleich zu Placebo als auch zu Etanercept die Hautsymptomatik signifikant. 

Besonderheiten

Cosentyx ist im Kühlschrank bei 2-8 °C zu lagern.

Cosentyx ist verschreibungspflichtig.

Weitere Hinweise

Aus Vorsichtsgründen soll Secukinumab nicht in der Schwangerschaft eingesetzt werden. Frauen im gebärfähigen Alter sollen während und für mindestens 20 Wochen nach der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Es besteht die Möglichkeit von unerwünschten Reaktionen bei gestillten Kindern. Daher muss die Entscheidung, ob das Stillen während und bis zu 20 Wochen nach der Behandlung eingestellt oder ob die Cosentyx-Therapie abgebrochen wird, unter Berücksichtigung des Nutzens des Stillens für das Kind und des Nutzens der Therapie für die Frau getroffen werden.

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Letzte Aktualisierung: 08.06.2016