Pharmazeutische Zeitung online
ARZNEISTOFFE

Interferon alfacon-1|Inferax®|51|1999

STOFFGRUPPE
51 Immunmodulatoren
WIRKSTOFF
Interferon alfacon-1
FERTIGARZNEIMITTEL
Inferax®
HERSTELLER

Yamanouchi

MARKTEINFÜHRUNG (D)
11/1999
DARREICHUNGSFORM

+++ Nicht mehr im Handel. Verzicht auf die Zulassung in 2006. +++

Indikationen

Interferon alfacon-1 ist zugelassen zur Behandlung einer histologisch nachgewiesenen chronischen Hepatitis C.

Wirkmechanismus

Interferon alfacon-1 ist ein künstlich hergestelltes α-Interferon und besteht aus 166 Aminosäuren. Die Sequenz der Aminosäuren orientiert sich an den 14 natürlich vorkommenden Humaninterferonen des Typs 1. Es ähnelt den herkömmlichen Interferonen zu 89 Prozent. Interferon alfacon-1 hat eine hohe Affinität zum Interferon-Typ-1-Rezeptor. Bei dessen Stimulation werden in der Zelle Mediatoren mit antiviralen, antiproliferativen und immunmodulierenden Eigenschaften freigesetzt.

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Inhaltsstoffe ist das Arzneimittel kontraindiziert.

Studien

In klinischen Studien mit Patienten, die an chronischer Hepatitis C litten, wirkten 9 mg Interferon alfacon-1 im Bezug auf die Zielparameter Serum-Alanin-Transferase (ALT) und Anzahl der RNA-Kopien des Hepatitis-C-Virus (HCV) genauso effektiv wie 3 Millionen Einheiten Interferon α-2b. So erhielten in einer Untersuchung 704 Patienten über 24 Wochen entweder das künstliche Interferon oder Interferon α-2b. Nach der Behandlung hatten 42 Prozent aus der Interferon-alfacon-Gruppe und 37 Prozent aus der Interferon-α-2b-Gruppe normale ALT-Werte. 24 Wochen nach Behandlungsende sank die Zahl in beiden Gruppen auf 20 Prozent.

 

Ähnliche Ergebnisse fanden die Wissenschaftler auch bei der Zahl der RNA-Kopien: Bei 35 Prozent in der Interferon-alfacon- und 27 Prozent in der Interferon-α-2b-Gruppe sank die Zahl der Viruskopien unter die Nachweisgrenze von 100 Kopien pro ml Plasma; 24 Wochen nach Behandlung waren es 12 beziehungsweise 13 Prozent.

 

Eine andere Studie untersuchte den Effekt einer Therapie mit 15 mg Interferon-alfacon an Patienten, die nach Gabe von Interferon α-2b einen Rückfall erlitten hatten (Relapse-Patienten), oder bei denen die Therapie nicht ansprach (Non-Responder). Hier sprach die Alternativtherapie mit täglich zweimal 15 mg Interferon alfacon über 48 Wochen bei 76 Prozent der Patienten an. 48 Wochen nach Behandlungsende waren es noch 58 Prozent. Bei den Non-Respondern lagen die Werte bei 17 beziehungsweise 13 Prozent.

Letzte Aktualisierung: 10.08.2017