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ARZNEISTOFFE

Elbasvir|Zepatier®|83|2016

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STOFFGRUPPE
83 Virustatika
WIRKSTOFF
Elbasvir
FERTIGARZNEIMITTEL
Zepatier®
HERSTELLER

MSD

MARKTEINFÜHRUNG (D)
12/2016
DARREICHUNGSFORM

50 mg Elbasvir plus 100 mg Grazoprevir

Indikationen

Zepatier wird zur Behandlung der chronischen Hepatitis C bei Erwachsenen eingesetzt, allerdings nur bei den Genotypen 1 und 4.

Wirkmechanismus

Elbasvir ist ein NS5A-Hemmer.

Anwendungsweise und -hinweise

Die empfohlene Dosis beträgt eine Tablette Zepatier einmal täglich. Die Behandlungsdauer richtet sich nach dem Genotyp, der Viruslast sowie bestimmten Varianten von NS5A und kann entweder 12 oder 16 Wochen betragen. Ist eine 16-wöchige Therapie erforderlich, wird Zepatier mit Ribavirin kombiniert.

 

Patienten sollen die Filmtabletten unzerkaut schlucken; ob sie dazu etwas essen oder nicht, spielt keine Rolle. Erbricht der Patient innerhalb von vier Stunden nach der Einnahme, kann er eine weitere Tablette bis spätestens acht Stunden vor der nächsten geplanten Dosis schlucken. Tritt das Erbrechen später ein, ist keine weitere Dosis erforderlich. Eine vergessene Einnahme soll der Patient innerhalb von 16 Stunden nach der letzten Dosis so bald wie möglich nachholen. Sind mehr als 16 Stunden vergangen, soll er das nicht mehr tun, sondern die nächste Tablette zum üblichen Zeitpunkt einnehmen. In keinem Fall soll er die Dosis verdoppeln, um eine versäumte Einnahme auszugleichen.

 

Weder ein höheres Lebensalter des Patienten noch eine eingeschränkte Nierenfunktion erfordern eine Dosisanpassung von Zepatier. Das gilt sogar dann, wenn der Patient dialysepflichtig ist.

Wichtige Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Anwendung von Zepatier und Inhibitoren des organischen Anionen-Transportpolypeptids 1B (OATP1B), zum Beispiel Rifampicin, Darunavir oder Ciclosporin, oder von CYP3A4- oder P-GP-Induktoren, zum Beispiel Efavirenz, Carbamazepin oder Johanniskraut. Darüber hinaus sind bei einer Reihe von Arzneistoffen Interaktionen wie Konzentrationserhöhung oder -abfall zu erwarten. Die Fachinformation enthält hierzu eine detaillierte Auflistung.

Nebenwirkungen

Als Nebenwirkungen traten in Studien zu Zepatier am häufigsten (in mehr als 10 Prozent der Fälle) Müdigkeit und Kopfschmerzen auf. Schwerwiegende Nebenwirkungen wie abdominelle Schmerzen, transitorische ischämische Attacken und Anämie waren bei unter 1 Prozent der Anwender zu verzeichnen. Die Rate der Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen betrug weniger als 1 Prozent.

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Kontraindiziert ist Zepatier bei Leberfunktionsstörung mittleren oder schweren Grades. Die Leberwerte des Patienten sind mindestens vor Beginn der Therapie sowie in Behandlungswoche 8 zu kontrollieren. Unter anderem Müdigkeit, Schwäche, Appetitverlust und Stuhlverfärbungen sind mögliche Symptome einer nachlassenden Leberfunktion, über die Patienten informiert werden müssen und bei deren Auftreten sie umgehend ihren Arzt aufsuchen sollen.

 

Weitere Gegenanzeigen sind die gleichzeitige Anwendung von Inhibitoren des organischen Anionen-Transportpolypeptids 1B (OATP1B), zum Beispiel Rifampicin, Darunavir oder Ciclosporin, oder von CYP3A4- oder P-GP-Induktoren, zum Beispiel Efavirenz, Carbamazepin oder Johanniskraut. Darüber hinaus sind bei einer Reihe von Arzneistoffen Interaktionen wie Konzentrationserhöhung oder -abfall zu erwarten. Die Fachinformation enthält hierzu eine detaillierte Auflistung.

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Inhaltsstoffe ist das Arzneimittel kontraindiziert.

Studien

In einer der Zulassungsstudien wurde Zepatier ausschließlich bei Patienten mit fortgeschrittener chronischer Nierenerkrankung getestet. Von den 122 Teilnehmern mit HCV-Genotyp 1 erreichten 115 (94 Prozent) nach zwölfwöchiger Zepatier-Therapie dauerhaftes virologisches Ansprechen (SVR), definiert als Viruslast unter der Nachweisgrenze zwölf Wochen nach Therapieende.

 

Insgesamt haben bislang circa 2000 Patienten Zepatier in drei placebokontrollierten und sieben nicht kontrollierten Studien angewendet. Die Höhe des Anteils mit SVR war dabei vom Genotyp abhängig. Von den 312 Patienten mit Genotyp 1b, die Zepatier als Monotherapie über zwölf Wochen erhielten, erreichten 96 Prozent SVR. Patienten mit Genotyp 1a wurden entweder zwölf Wochen lang ausschließlich mit Zepatier behandelt (n=519) oder 16 Wochen lang mit Zepatier plus Ribavirin (n=58). In der ersten Gruppe betrug das SVR 93 Prozent, in der zweiten 95 Prozent. Dieselbe Unterscheidung nach Therapieregimes wurde bei Patienten mit Genotyp 4 vorgenommen. Hier betrugen die SVR-Raten 94 Prozent unter Zepatier-Monotherapie (n=65) beziehungsweise 100 Prozent unter Zepatier plus Ribavirin (n=8).

Hintergrundinfos

Verschiede antivirale Arzneistoffe blockieren die Replikation von HCV. Wo sie dabei angreifen, verrät die Endung des Wirkstoffs. So enden Hemmer der NS3/A4-Protease auf -previr, Inhibitoren der NS5B-Polymerase auf -buvir und Hemmer des NS5A-Proteins auf -asvir. Um die Wirksamkeit zu erhöhen und Resistenzen zu vermeiden, werden üblicherweise mindestens zwei verschiedene Wirkstoffklassen miteinander kombiniert.

Besonderheiten

Bei der Lagerung von Zepatier sind keine besonderen Temperaturen einzuhalten. Diese sollte jedoch im Originalkarton erfolgen, um das Arzneimittel vor Feuchtigkeit zu schützen.

Zepatier ist verschreibungspflichtig.

Formeln

Elbasvir

Elbasvir

Die dreidimensionale Strukturformel können Sie mit einem kostenlosen Zusatzprogramm aus dem Internet, zum Beispiel Cortona von Parallelgraphics, ansehen (externer Link).

Elbasvir.wrl

Weitere Hinweise

In der Schwangerschaft sollte Zepatier nur angewendet werden, wenn der potenzielle Nutzen für die Frau das potenzielle Risiko für den Fetus übersteigt. Tierexperimentelle Studien deuten nicht auf eine fruchtschädigende Wirkung hin, deren Ergebnisse sind allerdings nicht eins zu eins auf den Menschen übertragbar. Bei gleichzeitiger Anwendung von Ribavirin müssen Patientinnen im gebärfähigen Alter und ihre männlichen Partner eine wirksame Methode zur Empfängnisverhütung anwenden.

 

Da Elbasvir und Grazoprevir möglicherweise in die Muttermilch übergehen, sollten stillende Frauen entweder auf die Therapie mit Zepatier verzichten, sie unterbrechen oder abstillen.

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Vorläufige Bewertung

Analogpräparat

Letzte Aktualisierung: 10.01.2017