Pharmazeutische Zeitung Online
AMK

Ausgabe 32/2000

07.08.2000
Datenschutz bei der PZ

PZ Pharmazeutische ZeitungGovi-VerlagPZ 32 INHALTHomeGastkommentar
Hagelschlag

Titel
Entwicklung und makroskopischer Aufbau der Lunge
In der Antike wurde die Lunge nicht mit der Atmung in Zusammenhang gebracht. Hippokrates glaubte vielmehr, ihre Funktion bestünde vor allem in einer Kühlung des Blutes, das, im Herzen mit Hitze beladen, anschließend die Lungen durchströme. Damit war die räumliche Nähe von Herz und Lunge scheinbar einleuchtend begründet. Erst Marcello Malpighi (1628 bis 1694; Professor für theoretische und praktische Medizin in Pisa, Bologna und Messina) konnte durch mikroskopische Untersuchung ergründen, dass die Lunge nicht aus einem soliden Gewebeblock besteht, sondern ein schaumartiges lockeres Gebilde aus dünnen Blutkapillaren und luftgefüllten Hohlräumen, den Alveolen, darstellt. Mit der Entdeckung des Lungenkreislaufs, beschrieben in seinem Werk "De pulmonibus", trägt er den letzten fehlenden Baustein zu Harveys Kreislauftheorie bei und erreicht unumstrittene Berühmtheit.

Politik
Fachärzte wollen auch Primärarztrolle spielen

Die Welt der Ärzte ist kräftig in Unordnung geraten, nachdem die Aufteilung der niedergelassenen Mediziner in Haus- und in Fachärzte nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Für die Fachärzte ergibt sich daraus ein Stellungskampf: Sie fordern nun in einem Thesenpapier, dass auch sie als "Primärarzt" anerkannt werden müssen und Patienten mit leichten Erkrankungen zum Hausarzt überweisen können.

Moderates Wachstum auf dem Apothekenmarkt
Die Umsätze des deutschen Apothekenmarktes sind im ersten Halbjahr 2000 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,2 Prozent angestiegen. Die Gesamtsumme beläuft sich auf 15,1 Milliarden DM zu Herstellerabgabepreisen, teilt der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) in Berlin mit.

Frauengesundheit wird Thema im Parlament
Rund zwei Drittel aller Medikamentenabhängigen in Deutschland sind Frauen. Bislang ist allerdings kaum erforscht, welche Ursachen es dafür gibt, welche spezifischen Wirkungen Medikamente auf Grund der unterschiedlichen Hormonsituation bei Frauen und Männern hervorrufen. Auf dieses Defizit machten die Bundestagsabgeordneten Helga Kühn-Mengel (SPD) und Irmingard Schewe-Gerigk (Bündnis 90/Die Grünen) in Berlin aufmerksam. Sie stellten einen gemeinsamen Antrag "Frauenspezifische Gesundheitsversorgung" vor, der nach der Sommerpause ins Parlament eingebracht wird.

Außerdem in der Druckausgabe:
PKV will noch einmal mehr Beamte ins Boot holen
Securvita zahlt auch weiter für Akupunktur
Höhere Strahlenbelastung durch häufigeres Röntgen
EU-Nachrichten
Sachsen wollen Praxen schließen
Stange und kein Ende
Urteil zu Kompressionsstrümpfen

Pharmazie
Vom Gift zum Heilmittel
Das vermutlich stärkste biologische Gift klettert auf der Karriereleiter therapeutischer Möglichkeiten eifrig nach oben. Botulinumtoxin A, von dem bereits ein Nanogramm pro kg Körpergewicht tödlich sein kann, macht derzeit nicht nur in der Neurochirurgie sondern auch in der Dermatologie von sich reden. Von den Einsatzmöglichkeiten des Botulinumtoxins A bei Hyperhidrosis und in der ästhetischen Medizin, berichteten Experten auf einer Pressekonferenz in Frankfurt.

Pluspunkte für Kombi mit pegyliertem Interferon
Patienten, die unter einer chronischen Hepatitis-C-Infektion leiden, sprechen besser auf eine Kombitherapie mit pegylierten Interferon (Pegintron) und Ribavirin an, als auf die bislang als Standard geltende Kombination aus herkömmlichem Interferon plus Ribavirin. Das geht aus vorläufigen Studiendaten hervor, die der Hepatologe Professor Dr. Michael Manns von der Medizinischen Hochschule Hannover kürzlich auf einem Symposium in Madrid vorstellte.

Alosetron lindert Beschwerden des Reizdarmsyndroms
Unter dem Namen Lotronex® ist der selektive 5-HT3 -Rezeptorantagonist Alosetron seit Februar 2000 in den USA zur Therapie des Reizdarmsyndroms bei Frauen auf dem Markt, deren Beschwerden vorrangig durch Diarrhöe geprägt sind. GlaxoWellcome, Hamburg, rechnet mit der Zulassung in Deutschland im Jahr 2001. Das Wirkprinzip von Alosetron schilderte Dr. Tjark Reblin auf einer Pressekonferenz am 28. Juli.

PharmazieTicker

Außerdem in der Druckausgabe:
Impfstoffe schneller testen

Medizin
Rauchen schadet Schilddrüse
Raucher erkranken häufiger an Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse. Das berichten Wissenschaftler, die rund 130 gleichgeschlechtliche Zwillingspärchen untersuchten.

Vom Tabu zur Akzeptanz
Erschreckend: Auch in unserem scheinbar aufgeklärten Zeitalter gelten zahlreiche Erkrankungen noch immer als Tabuthema, wird das körperliche Leid der Betroffenen durch Scham und Angst vor Isolation noch zusätzlich verstärkt. Dass hier noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten ist, zeigte die Pressekonferenz "Krankheiten, über die man nicht spricht" von GlaxoWellcome am 25. Juli in Hannover.

Außerdem in der Druckausgabe:
Dem Autismus auf der Spur
Nicht mehr wahnsinnige Schafe als in den Vorjahren

Wirtschaft und Handel
Die Anzag unterstützt ihre Kunden individuell
Eine Produktivitätssteigerung in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 40 Prozent bei etwa konstanten Betriebskosten und eine deutliche Senkung der Aufragskorrekturen ab 1990 unter ständiger Prozessverbesserung haben sich für die Pharmagroßhandlung Andreae Noris Zahn AG (Anzag) in Frankfurt am Main ausgezahlt.

Sanktionen gegen Umweltsünder gefordert
Der Direktor der UN-Umweltorganisation UNEP, Klaus Töpfer, hat Sanktionen gegen Länder gefordert, die Verträge zum Schutz der Umwelt brechen. Es sei eine Schwachstelle, dass Verstöße nicht mit entsprechenden Gegenmaßnahmen verbunden sind, sagte Töpfer am Rande des Weltgesundheitskongresses "Medicine Meets Millennium" in Hannover. "Wir arbeiten intensiv daran, die globale Durchsetzbarkeit zu stärken."

Außerdem in der Druckausgabe:
Procter & Gamble: Umsatzplus und weniger Gewinn
Klosterfrau mit Condomi
Thiemann will kräftig wachsen

Computerpraxis
Pharmazeutische Betreuung: Zwischen Ignoranz und Akzeptanz
Ein fester Begriff ist die "Pharmazeutische Betreuung" schon heute. Doch jenseits aller Theorie und Pilotstudien lebt sie letztlich von der Umsetzung an der Basis. Wo Medikationsrechnereien in Studien bislang auf die Motivation drückten, sollen EDV-Programme jetzt das Datenmanagement unterstützen.

Recht
Entzug der Approbation wegen Abrechnungsbetrug
Top

© 2000 GOVI-Verlag
E-Mail: redaktion@govi.de

Mehr von Avoxa