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Ausgabe 07/2000

14.02.2000
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Erfolgreiche Zusammenarbeit

Titel
Transgene Pflanzen: Impfen durch Essen
"An apple a day keeps the doctor away." Diese alte englische Weisheit hat im Zeitalter der grünen Gentechnik eine zusätzliche Bedeutung bekommen. Gemeint sind gentechnisch maßgeschneiderte Pflanzen, so genannte transgene Pflanzen, die Impfstoffe in Form von Proteinen exprimieren. Nach dem Verzehr dieser Pflanzen werden die Proteine über die Schleimhaut des Magendarmtraktes resorbiert und mit dem Immunsystem in Kontakt gebracht, gefolgt von einer gezielten Immunantwort und der Bildung spezifischer Gedächtniszellen. Diese neue Form von Impfstoffen wird essbare Vakzine (edible vaccines) genannt (1).

Politik
Rentenversicherer wollen sich ein Monopol sichern

Zwischen den Trägern der Sozialversicherung kündigt sich ein heftiger Streit an: In einem Schreiben des Verbandes der Rentenversicherungsträger an die Kassenverbände wird deutlich, dass sie neue Einzugsstelle für die gesamten Sozialversicherungsbeiträge werden wollen. Das würde bedeuten, dass Apotheker die gesamten Sozialversicherungsbeiträge – eigene und die ihrer Mitarbeiter – an die Landesversicherungsanstalten für Arbeiter abführen müssten.

Kassen für weitere Festbeträge
Die Spitzenverbände der Krankenkassen haben beschlossen, ein Anhörungsverfahren für weitere Festbeträge einzuleiten. Betroffen sind davon 100 Präparate mit 300 Fertigarzneimittelpackungen auf die jährlich 720.000 Verordnungen mit einem Umsatzvolumen von zirka 110 Millionen DM entfallen.

Fischer will wieder Daten sammeln
Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer (Bündnis 90/Die Grünen) will die Gesundheitsreform 2000 in Sachen Datenschutz nachbessern. Unterstützung erhält sie dabei vom Bundesdatenschutzbeauftragten Joachim Jacob.

Außerdem in der Druckausgabe:
Harte Linie gegen Abrechnungsbetrug
BAH kritisiert Machtzuwachs des Bundesausschusses
Ersatzkassen erwarten Milliarden-Loch
Wie ein Tropfen auf den heißen Stein 24

Pharmazie
DAC-NRF: Eosin vielleicht überflüssig, aber nicht bedenklich
Woche für Woche wenden sich zahlreiche Apothekerinnen und Apotheker bei Fragen zur Herstellung von Rezepturen an das Team des Neuen Rezeptur-Formulariums (NRF) und des Deutschen Arzneimittel-Codex (DAC). Da sich viele Anfragen wiederholen, beantworten wir regelmäßig die häufigsten Fragen. Diesmal: Ist Eosin bei äußerlicher Anwendung ein bedenklicher Farbstoff?

Erythropoietin bei tumorbedingten Anämien
Malignompatienten leiden häufig zusätzlich unter einer Anämie, die vor allem bei intensivierten Chemo- und Radiochemotherapien zunehmen kann. Körperliche Leistungsfähigkeit und subjektives Wohlbefinden des Patienten können stark beeinträchtigt sein. Diese Anämien lassen sich mit allogenen Bluttransfusionen korrigieren, die allerdings mit verschiedenen Risiken verbunden sind, zum Beispiel einem erhöhten Infektionsrisiko, intravaskulärer Hämolyse und möglicherweise einer Immunsuppression. Zudem gibt es Hinweise dafür, dass Tumorrezidive durch Transfusionen gefördert werden können.

Pankreasenzyme: Vom Drüsenbrei zum Minipellete
Ohne Bauchspeicheldrüse kann man nicht leben, aber ihre Sekrete können medikamentös ersetzt werden. Viel älter als die Möglichkeit, Insulin von außen zuzuführen, ist der Ersatz von Verdauungsenzymen bei exokriner Pankreasinsuffizienz. Mussten die Patienten vor 100 Jahren noch Drüsenbrei essen, haben sie es heute mit mikroverkapselten Enzymen leichter.

Einbindung der Apotheker in die Diabetikerversorgung
Im November 1998 setzte die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) auf Initiative von Professor Dr. Hermann P. T. Ammon, Universität Tübingen, eine Ad-hoc-Kommission ein, um zu diskutieren, welche Aufgaben Apotheker bei der Betreuung diabetischer Patienten übernehmen könnten. Die Kommission setzte sich aus Repräsentanten verschiedener Gesellschaften zusammen.

Außerdem in der Druckausgabe:
Pharmazie in Marburg: DAB-Semester im neuen Gewand
US-Zulassung für Oxcarbazepin
Tamol hemmt die Histamin-Ausschüttung
Kritik an Kombipräparaten
Mit Kava-Kava gegen Angst

Medizin
Diabetes Mellitus: Regelmäßig auf Mikroalbuminurie testen
Die Zahl der Dialyse-pflichtigen Diabetiker steigt in Deutschland an. Das Drama wäre oft vermeidbar, wenn Warnsignale frühzeitig beachtet würden. Daher fordert die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ein regelmäßiges Mikroalbuminurie-Screening bei diabetischen Patienten. 

Hypocretin reguliert den Schlaf
Seit einiger Zeit vermuten Wissenschaftler, dass das Neuropeptid Hypocretin an der Schlafregulation beteiligt ist. Mediziner aus Stanford (USA) und Leiden (Niederlande) bestätigen jetzt diese Hypothese: Wie sie feststellten, fehlt die im Hypothalamus gebildete Substanz bei Narkoleptikern. Dies könnte eine Ursache für die Schlafstörung sein. Narkoleptiker leiden unter zwanghaften, plötzlich auftretenden Schlafattacken.

Außerdem in der Druckausgabe:
Reisemedizin: Osteuropa im Grippefieber
Stirn trotzt Müdigkeit

Wirtschaft und Handel
Weil er zufällig Zähne hat - Interview
Ein äußerst spannendes Thema ist und bleibt das Apothekenmarketing. Der Düsseldorfer Malte M. Wilkes gilt als mitunter nicht immer moderater Verfechter unabhängiger Marketingansätze. Einige erläuterte er im PZ-Interview.

Die Zukunft der Kooperationen
Apothekenkooperationen liegen im Trend. Ihre Zahl steigt seit Jahren. Grund genug, einmal genauer zu fragen, welche Zukunft solche Gruppierungen im Apothekenmarkt haben werden. Auf einer Forum-Veranstaltung gingen die Meinungen darüber weit auseinander.  

Außerdem in der Druckausgabe:
Arzneimittelpreise – gute Argumente für Apotheker - DAV-Wirtschaftsforum
Einspruch erheben bei Gewerbesteuermessbescheid - Steuertipp
Meldungen Top

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