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Häufige Arzneistoffe
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Steckbrief Rosuvastatin

Es zählt zu den starken Vertretern seiner Klasse: Rosuvastatin. Darüber hinaus hat dieser Wirkstoff einige weitere Vorteile gegenüber anderen Statinen.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 27.05.2026  07:00 Uhr

Wie wirkt Rosuvastatin?

Wie alle Statine hemmt Rosuvastatin die HMG-CoA-Reduktase – ein Schlüsselenzym der Cholesterol-Synthese in der Leber. Dadurch sinken die Spiegel des LDL-Cholesterols, des Gesamtcholesterols und auch der Triglyceride im Blut, während der Wert des HDL-Cholesterols ansteigt.

Was sind die Einsatzgebiete von Rosuvastatin?

Zugelassen ist Rosuvastatin ab einem Alter von sechs Jahren bei primärer Hypercholesterolämie oder gemischter Dyslipidämie zusätzlich zu einer Diät, bei homozygoter familiärer Hypercholesterolämie zusätzlich zu Diät und anderen lipidsenkenden Maßnahmen oder wenn diese nicht geeignet sind. Zudem wird es eingesetzt zur Vorbeugung schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse bei Patienten mit hohem Risiko für erstmalige Herz-Kreislauf-Ereignisse (zusätzlich zur Korrektur anderer Risikofaktoren). Grundsätzlich sollen die Patienten vor Start der medikamentösen Therapie auf eine cholesterolsenkende Diät eingestellt werden.

Wie wird Rosuvastatin dosiert?

Mit einer Halbwertszeit von 19 Stunden reicht eine einmalige Einnahme am Tag. Die Dosierung erfolgt individuell entsprechend dem Therapieziel und dem Ansprechen des Patienten. Gestartet wird mit 5 oder 10 mg. Falls nötig, kann die Dosis jeweils nach vier Wochen erhöht werden. Die maximale Tagesdosis liegt bei 40 mg. So hoch wird allerdings nur bei schwerer Hypercholesterolämie und hohem kardiovaskulärem Risiko dosiert. Für Kinder und Jugendliche beträgt die maximale Tagesdosis 20 mg.

Zur Prävention von Herz-Kreislauf-Ereignissen liegt die Normaldosis bei 20 mg pro Tag. Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich, ebensowenig bei leichter bis mittelschwerer Nierenfunktionsstörung.

Welche Gegenanzeigen gibt es?

Rosuvastatin darf nicht angewendet werden bei aktiver Lebererkrankung, bei schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min), bei Myopathien oder bei gleichzeitiger Anwendung von Ciclosporin oder der Kombination Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir. Die 40-mg-Dosis ist bei prädisponierenden Faktoren für eine Myopathie oder Rhabdomyolyse kontraindiziert. Dazu gehören eine Kreatinin-Clearance < 60 ml/min, Hypothyreose, Alkoholmissbrauch, Situationen, in denen erhöhte Plasmakonzentrationen auftreten können, asiatische Abstammung, gleichzeitige Anwendung von Fibraten sowie erbliche Muskelerkrankungen in der eigenen oder der familiären Anamnese oder bei muskelschädigender Wirkung bei früherer Einnahme eines Fibrats oder Statins.

Was ist in Schwangerschaft und Stillzeit zu beachten?

Rosuvastatin ist plazentagängig. Es ist unklar, ob Statine im Allgemeinen das Risiko für Herzfehler beim Ungeborenen und das Risiko für Fehl- und Frühgeburten erhöht. Die Behandlung sollte in der Schwangerschaft pausiert werden, empfiehlt Embryotox, das Pharmakovigilanz und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Berliner Charité. Bei Exposition im ersten Schwangerschaftsdrittel sollte eine weiterführende Ultraschalldiagnostik zur Bestätigung einer unauffälligen fetalen Entwicklung erfolgen. Sollte eine Behandlung mit einem Statin unumgänglich sein, sollten Atorvastatin oder Simvastatin bevorzugt werden, da sie als besser untersucht gelten.

Rosuvastatin kann in die Muttermilch übergehen. »Insbesondere Neugeborene und Frühgeborene sollten unter Statintherapie nicht gestillt werden«, rät Embryotox. Sollte die mütterliche Therapie nach kritischer Prüfung indiziert sein, könne das Stillen erwogen werden.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Laut ABDA-Artikelstamm sind die beobachteten Nebenwirkungen üblicherweise leicht und vorübergehend. Die Häufigkeit ist oft dosisabhängig. Als häufige unerwünschte Wirkungen sind Diabetes, Kopfschmerzen, Schwindel, Verstopfung, Übelkeit, Bauchschmerzen, Myalgie und Asthenie gelistet, gelegentlich kommt es zu Juckreiz, Hautausschlag und Urtikaria. Myopathien und Rhabdomyolyse werden als selten eingestuft.

Welche Wechselwirkungen können auftreten?

Rosuvastatin ist Substrat verschiedener Transportproteine wie OATP1B1 und BCRP, wird aber kaum über CYP3A4 verstoffwechselt. Kontraindiziert ist es zusammen mit Bezafibrat, Ciclosporin, Ledipasvir und Voxilaprevir. Als schwerwiegend werden unter anderem Interaktionen mit Dronedaron, Darolutamid, Febuxostat, Fenofibrat, Leflunomid und Verwandten dieser Wirkstoffe sowie einigen Virostatika und Kinaseinhibitoren gewertet. Meist wird durch diese Kombinationen das Risiko für Myopathien und Rhabdomyolyse erhöht. Heilerde und Antazida können die Wirkung von Rosuvastatin vermindern. Hier ist auf eine zeitversetzte Anwendung zu achten.

Welche Vorteile hat Rosuvastatin gegenüber anderen Statinen?

Rosuvastatin senkt das LDL‑Cholesterol bei vergleichbarer Dosis stärker als viele andere Statine, da es eine hohe Affinität zur HMG-CoA-Reduktase hat. Es gilt daher als stark wirksames Statin und erreicht eine Senkung des LDL-Ausgangswerts um 45 bis 55 Prozent. Damit eignet sich Rosuvastatin besonders, wenn sehr niedrige LDL-Zielwerte erreicht werden sollen (DOI: 10.4137/CMC.S4324).

Rosuvastatin ist hydrophil und dringt weniger in die Muskelzellen ein als lipophile Statine wie Simvastatin und Atorvastatin. Im Gegensatz zu diesen beiden wird es auch kaum über CYP3A4 abgebaut, womit ein geringeres Interaktionsrisiko mit Makrolid-Antibiotika, Azol-Antimykotika, HIV-Medikamenten oder auch Grapefruitsaft besteht. Insgesamt wird das Myopathierisiko für Rosuvastatin als niedrig eingestuft, allerdings steigt das Risiko bei allen Statinen mit hohen Dosen, Niereninsuffizienz und höherem Alter. Generell ist jedoch bei Muskelbeschwerden unter Statinen von einem hohen Nocebo-Effekt auszugehen.

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