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Reflux
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Diät so wirksam wie Medikamente

Eine Lebensstilanpassung könnte die Symptome einer Refluxkrankheit genauso effektiv lindern wie eine medikamentöse Therapie. Laut einer Studie könnte sie sogar die größte klinisch relevante Verbesserung erzielen.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 08.07.2026  15:30 Uhr

Bei einem laryngopharyngealen Reflux (LPR) steigt Magensäure bis in Rachen und Kehlkopf auf. Eine Therapie erfolgt in der Regel mit Säureblockern, Alginaten oder Antacida. Eine im Fachjournal »JAMA« veröffentlichte Kohortenstudie rückt nun eine spezielle Refluxdiät als mögliche Therapieoption in den Fokus. Studienautor Dr. Jerome R. Lechien von der Universität Paris-Saclay analysierte für die retrospektive Auswertung die Daten von 145 Personen mit LPR.

Die Teilnehmer wurden zwischen 2018 und 2024 an zwei Kliniken in Belgien und Frankreich behandelt und erhielten entweder Protonenpumpenhemmer (PPI, n = 32), Antacida (n = 27), Alginate (n = 38) oder ein strenges Ernährungs- und Lebensstilprogramm (n = 48). Die Gruppen waren hinsichtlich Alter, Geschlecht und Ausgangsbeschwerden vergleichbar. Das mediane Alter betrug 53 Jahre.

Das Ernährungs- und Lebensstilprogramm umfasste eine eiweißreiche, fett- und zuckerarme Ernährung, die durch Maßnahmen zur Stressreduktion begleitet wurde. Als empfehlenswert galten fettarme Proteinquellen wie Fisch, Fleisch und Milchprodukte, Vollkornprodukte, Obst- und gekochtes Gemüse. Gemieden werden sollten vor allem fettreiche Fleischsorten und Milchprodukte, Weißmehlprodukte, zuckerhaltige Lebensmittel, Alkohol, Kaffee, Tee und Fruchtsäfte. Aber auch der Konsum von Tomaten, Zwiebeln, Chili, starken Gewürzen und rohem Gemüse sollte möglichst reduziert werden. Die Datenerhebung erfolgte vor sowie drei Monate nach Therapiebeginn und beinhaltete die Refluxsymptomwerte (RSS), objektive Befunde (RSA) und therapeutisches Ansprechen.

Diät verzeichnet höchste Ansprechrate

Nach drei Monaten verbesserten sich die RSS und die RSA in allen Gruppen signifikant gegenüber dem Ausgangswert. Die beste Ansprechrate mit 81 Prozent zeigten diejenigen Teilnehmer, die das Ernährungs- und Lebensstilprogramm befolgten. Die Ansprechraten für Antacida lagen bei 74,1 Prozent und für Alginate bei 57,9 Prozent. PPI schnitten mit 56,3 Prozent am schlechtesten ab.

Bemerkenswert ist, dass die Patienten der Ernährungsgruppe drei Monate nach der Behandlung die niedrigsten RSS aufwiesen. Gegenüber der Antacida-Gruppe war dieser Unterschied sogar statistisch signifikant (mittlere Differenz 38,73 Punkte). Auch verglichen mit PPI und Alginaten wies die Ernährungsgruppe niedrigere RSS auf, diese Unterschiede waren jedoch nicht statistisch signifikant. Bei den RSA waren die Unterschiede zwischen den vier Therapieansätzen nicht statistisch signifikant.

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass eine konsequente Anpassung von Ernährung und Lebensstil bei Reflux mindestens ebenso wirksam sein könnte wie die übliche medikamentöse Therapie. Möglicherweise lassen sich sogar bessere Ergebnisse erzielen. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, seien jedoch noch randomisierte klinische Studien erforderlich, um diese Ergebnisse zu bestätigen.

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