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Häufige Arzneistoffe
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Steckbrief Teriparatid

Parathormon (PRH) ist ein in der Nebenschilddrüse gebildeter Botenstoff, der den Calcium- und Phosphatstoffwechsel in Knochen und Niere reguliert. Das PRH-Analogon Teriparatid wird therapeutisch bei Osteoporose zum Aufbau neuer Knochensubstanz eingesetzt.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 07.07.2026  07:00 Uhr

Wie wirkt Teriparatid?

Bei Osteoporose gibt es zwei Therapieansätze: Antiresorptiva bremsen den weiteren Abbau des Knochens, Osteoanabolika bewirken eine Neubildung von Knochensubstanz. Teriparatid ist bei bestimmungsgemäßem Gebrauch ein Osteoanabolikum. Das Peptidhormon ist das aktive Fragment des Parathormons.

Endogenes PRH hat auf den Knochen sowohl eine katabole als auch eine anabole Wirkung: Es stimuliert über verschiedene Mechanismen sowohl die knochenabbauenden Osteoklasten als auch die knochenaufbauenden Osteoblasten. Dies führt zu einem permanenten Knochenumbau und ermöglicht Reparaturen des Knochens.

Teriparatid wird einmal täglich subkutan verbreicht. Im Gegensatz zur endogenen PTH-Freisetzung führt dies zu Konzentrationsspitzen und -tälern, in denen die osteoanabole Wirkung überwiegt.

Welches sind die Anwendungsgebiete von Teriparatid?

Teriparatid ist zugelassen zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit Osteoporose und hohem Frakturrisiko. Es kann bei Frauen jenseits der Menopause und bei Männern eingesetzt werden sowie bei weiblichen und männlichen Patienten mit Osteoporose infolge einer Langzeitanwendung von systemischen Corticosteroiden.

Die S3-Leitlinie Osteoporose enthält folgende Empfehlungen zum Einsatz von Osteoanabolika wie Teriparatid oder auch Romosozumab: Bei einem absoluten Frakturrisiko von 10 Prozent oder mehr innerhalb der nächsten drei Jahre sollen sie empfohlen werden und bei einem Frakturrisiko zwischen 5 und 10 Prozent innerhalb der nächsten drei Jahre können sie erwogen werden.

Wie wird Teriparatid angewendet und dosiert?

Die Anwendung erfolgt einmal täglich als subkutane Injektion in den Oberschenkel oder das Abdomen. Es werden einmal täglich 20 µg gespritzt. Patienten sollten im Laufe ihres Lebens nicht länger als insgesamt 24 Monate mit Teriparatid behandelt werden. Danach wird die Osteoporose-Therapie üblicherweise mit einem Antiresorptivum fortgeführt, in der Regel mit einem Bisphosphonat. Bei sehr hohem Frakturrisiko kann laut Leitlinie auch eine kurzzeitige Kombination aus einem parenteralen Antiresorptivum und Teriparatid erwogen werden.

Patienten sollen während der Anwendung von Teriparatid Calcium und Vitamin D als Nahrungsergänzungsmittel erhalten, sofern die Aufnahme über die Ernährung nicht ausreicht.

Welche Nebenwirkungen kann Teriparatid haben?

Die häufigsten Nebenwirkungen von Teriparatid sind Übelkeit, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen und Schwindel. Häufig sind zudem unter anderem Anämie, Hypercholesterolämie, Depression, vermehrtes Schwitzen, Muskelkrämpfe und orthostatische Hypotonie.

Welche Wechselwirkungen sind möglich?

Unter der Anwendung von Teriparatid steigt der Serum-Calciumspiegel vorübergehend an. Das kann die Wirkung von Herzglykosiden verstärken. Deshalb darf Teriparatid bei gleichzeitiger Anwendung von Digitalis nur mit Vorsicht eingesetzt werden.

Teriparatid in Schwangerschaft und Stillzeit

Teriparatid ist in der Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert. Tritt unter der Anwendung von Teriparatid eine Schwangerschaft ein, muss das Medikament abgesetzt werden.

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