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ARZNEISTOFFE

Fidaxomicin|Dificlir™|10|2013

STOFFGRUPPE
10 Antibiotika
WIRKSTOFF
Fidaxomicin
FERTIGARZNEIMITTEL
Dificlir™
HERSTELLER

Tillots Pharma

MARKTEINFÜHRUNG (D)
01/2013
DARREICHUNGSFORM

200 mg Filmtabletten

Indikationen

Dificlir ist zugelassen zur Behandlung von Clostridium-difficile-Infektionen (CDI) bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen mit einem Körpergewicht von mindestens 12,5 kg.

Wirkmechanismus

Fidaxomicin gehört zur Gruppe der makrozyklischen Antibiotika. Es wirkt bakterizid. Fidaxomicin hemmt die RNA-Synthese durch das bakterielle Enzym RNA-Polymerase. Dadurch werden Wachstum und Vermehrung von Clostridium difficile gestoppt. Die Hemmung der RNA-Polymerase von Clostridien tritt in einer Konzentration ein, die 20-mal niedriger ist als bei dem entsprechenden Enzym von E. coli. Fidaxomicin wirkt also sehr spezifisch, und die übrige Darmflora bleibt weitgehend erhalten.

Anwendungsweise und -hinweise

Die empfohlene Dosis beträgt zweimal täglich 200 mg Fidaxomicin. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Zwischen den Einnahmen sollte der Zeitabstand jeweils zwölf Stunden betragen. Die Therapie sollte über zehn Tage erfolgen.

 

Bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung oder moderater bis schwerer Leberfunktionsstörung sollte Fidaxomicin mit Vorsicht angewendet werden.

 

Zu Patienten mit begleitender chronisch-entzündlicher Darmerkrankung gibt es keine Daten. Aufgrund des Risikos einer verstärkten Resorption und des potenziellen Risikos von systemischen Nebenwirkungen sollte Fidaxomicin bei diesen Patienten ebenfalls nur mit Vorsicht anwendet werden. Das gilt auch bei Patienten mit pseudomembranöser Colitis sowie fulminanter oder lebensbedrohlicher CDI.

 

Bei Patienten mit einem Alter von unter sechs Monaten sollte die Behandlung mit Vorsicht erfolgen.

Wichtige Wechselwirkungen

Fidaxomicin ist ein Substrat von PGP. Potente PGP-Inhibitoren, zum Beispiel Ciclosporin, Ketoconazol, Erythromycin, Clarithromycin, Verapamil, Dronedaron und Amiodaron, sollten nicht mit Fidaxomicin kombiniert werden.

 

Fidaxomicin ist möglicherweise ein leichter bis moderater Inhibitor von intestinalem PGP.

Nebenwirkungen

Als im Magen-Darm-Trakt lokal wirkendes Mittel wird Fidaxomicin nur in sehr begrenztem Umfang resorbiert und weist daher nur ein geringes Risiko für systemische Nebenwirkungen auf. Die häufigsten behandlungsbedingten Nebenwirkungen waren in Studien Erbrechen (1,2 Prozent), Übelkeit (2,7 Prozent) und Obstipation (1,2 Prozent).

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Inhaltsstoffe ist das Arzneimittel kontraindiziert.

Studien

Fidaxomicin wurde in zwei randomisierten Doppelblindstudien der Phase III mit insgesamt mehr als 1100 Patienten untersucht. Die CDI-Patienten erhielten zehn Tage lang täglich entweder 400 mg Fidaxomicin (zweimal 200 mg oral) oder 500 mg Vancomycin (viermal 125 mg oral). Das primäre Studienziel, der Nachweis der Nicht-Unterlegenheit in Bezug auf den primären Endpunkt klinische Heilungsraten am Ende der Therapie, wurde erfüllt. Der Anteil der Studienteilnehmer, bei denen nach zehn Behandlungstagen eine initiale klinische Heilung erreicht wurde, war in der Fidaxomicin- und der Vancomycin-Gruppe gleich hoch. Betrachtet man die Ergebnisse der beiden Studien zusammen, so wurden 92 Prozent der Patienten unter Fidaxomicin geheilt gegenüber 90 Prozent der Patienten unter Vancomycin. In den zulassungsrelevanten Studien wurde auch die Rezidivrate in den 30 Tagen nach der Behandlung als sekundärer Endpunkt untersucht. Die Rezidivrate war unter Fidaxomicin signifikant geringer als unter Vancomycin (14 versus 26 Prozent).

Besonderheiten

Es sind keine besonderen Lagerungsbedingungen einzuhalten.

Dificlir ist verschreibungspflichtig.

Formeln

Fidaxomicin

Fidaxomicin

Weitere Hinweise

Aus Vorsichtsgründen sollte die Anwendung von Fidaxomicin während der Schwangerschaft vermieden werden. Bei Stillenden ist zu klären, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Fidaxomicin verzichtet werden soll. Dabei muss einerseits der Nutzen des Stillens für das Kind, andererseits der Nutzen der Therapie für die Mutter berücksichtigt werden.

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Letzte Aktualisierung: 26.10.2021