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ARZNEISTOFFE

Moxifloxacin|Avalox®|10|1999

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STOFFGRUPPE
10 Antibiotika
WIRKSTOFF
Moxifloxacin
FERTIGARZNEIMITTEL
Avalox®
HERSTELLER

Bayer

MARKTEINFÜHRUNG (D)
09/1999
DARREICHUNGSFORM

400 mg Filmtabletten

200 mg Infusionslösung

400 mg Infusionslösung

Indikationen

Avalox zugelassen zur Behandlung von Patienten ab 18 Jahren mit Infektionen mit Moxifloxacin-empfindlichen Erregern. Es sollte nur eingesetzt werden, wenn andere Antibiotika nicht angewendet werden können oder nicht ausreichend gewirkt haben: akute, bakterielle Sinusitis, akute akuter Exazerbationen einer chronischen Bronchitis, ambulant erworbener Pneumonien (ausgenommen schwere Formen) sowie leichte bis mäßig schwere entzündliche Erkrankungen des Beckens.

 

Avalox Filmtabletten können außerdem zur Fortsetzung einer intravenös begonnenen Therapie mit Moxifloxacin bei ambulant erworbener Pneumonie und bei komplizierten Haut- und Weichgewebeinfektionen angewendet werden. Zur Initialtherapie dieser Erkrankungen sollten Filmtabletten nicht verwendet werden.

Wirkmechanismus

Moxifloxacin ist nach Trovafloxacin (Trovan®), das nach Todesfällen aufgrund fulminant verlaufender Leberschäden wieder vom Markt genommen wurde, der zweite Vertreter der vierten Generation der Gyrasehemmer. Diese Generation zeichnet sich dadurch aus, dass sie neben gramnegativen und grampositiven sowie atypischen Keimen auch Anaerobier erfaßt.

Anwendungsweise und -hinweise

Moxifloxacin kann aufgrund seiner langen Halbwertszeit als einmal tägliche Gabe à 400 mg angewendet werden. Die Filmtabletten sollen unzerkaut geschluckt werden; sie können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Anwendungsdauer richtet sich nach der Indikation.

Wichtige Wechselwirkungen

Ein additiver Effekt von Moxifloxacin und anderen QTc-Intervall-verlängernden Arzneimitteln kann nicht ausgeschlossen werden. Daher ist die gleichzeitige Anwendung von Moxifloxacin mit folgenden Arzneimitteln kontraindiziert: Antiarrhythmika der Klasse IA (zum Beispiel Chinidin, Hydrochinidin, Disopyramid), Antiarrhythmika der Klasse III (zum Beispiel AmioB. Phenothiazin, Pimozid, Sertindol, Haloperidol, Sultoprid), trizyklische Antidepressiva, bestimmte antimikrobielle Wirkstoffe (Saquinavir, Sparfloxacin, Erythromycin i.v., Pentamidin, Malariamittel, vor allem Halofantrin), bestimmte Antihistaminika (Terfenadin, Astemizol, Mizolastin) sowie einigen weiteren Arzneistoffen wie Cisaprid, Vincamin i.v., Bepridil und Diphemanil.

 

Bei Patienten, die mit Arzneimitteln behandelt werden, die den Kaliumspiegel vermindern (zum Beispiel Schleifen- und Thiazid-Diuretika, Laxanzien und Darmspülungen [häufige Anwendungen], Kortikosteroide, Amphotericin B) oder eine klinisch signifikante Bradykardie verursachen können, sollte Moxifloxacin mit Vorsicht angewendet werden.

Nebenwirkungen

Zu den unter Moxifloxacin am häufigsten berichteten Nebenwirkungen gehören Kopfschmerzen und Benommenheit, QT-Verlängerung bei Patienten mit Hypokaliämie und gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall sowie ein Anstieg der Transaminasenwerte.

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Moxifloxacin ist bei Patienten unter 18 Jahren sowie in Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert. Auch Patienten mit Sehnenerkrankungen/-schäden infolge einer Chinolontherapie in der Vorgeschichte dürfen Moxifloxacin nicht anwenden.

 

Kontraindiziert ist Moxifloxacin außerdem bei Patienten mit angeborenen oder dokumentierten erworbenen QT-Verlängerungen, Störungen des Elektrolythaushaltes, insbesondere bei unkorrigierter Hypokaliämie, klinisch relevanter Bradykardie, klinisch relevanter Herzinsuffizienz mit reduzierter linksventrikulärer Auswurffraktion und bei Patienten mit symptomatischen Herzrhythmusstörungen in der Vorgeschichte.Moxifloxacin sollte nicht gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln angewendet werden, die das QT-Intervall verlängern.

 

Aufgrund begrenzter klinischer Erfahrung ist Moxifloxacin auch kontraindiziert bei eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh C) und bei Patienten mit einem Transaminasen-Anstieg über dem Fünffachen des oberen Normwertes.

Bei Patienten, die gleichzeitig mit Antikoagulanzien behandelt werden, ist eine engmaschigere Kontrolle des INR zu erwägen.

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Inhaltsstoffe ist das Arzneimittel kontraindiziert.

Besonderheiten

Avalox Filmtabletten sind bei Temperaturen nicht über 25 °C sowie vor Licht geschützt (Umkarton) zu lagern.

Avalox Infusionen dürfen nicht bei Temperaturen unter 15 °C gelagert werden.

Avalox ist verschreibungspflichtig.

Formeln

Moxifloxacin

Moxifloxacin

Die dreidimensionale Strukturformel können Sie mit einem kostenlosen Zusatzprogramm aus dem Internet, zum Beispiel Cortona von Parallelgraphics, ansehen (externer Link).

moxifloxacin.wrl

Weitere Hinweise

Moxifloxacin ist in Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert.

Letzte Aktualisierung: 01.09.2017