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ARZNEISTOFFE

Ertapenem|Invanz®|10|2002

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STOFFGRUPPE
10 Antibiotika
WIRKSTOFF
Ertapenem
FERTIGARZNEIMITTEL
Invanz®
HERSTELLER

Infectopharm

MARKTEINFÜHRUNG (D)
07/2002
DARREICHUNGSFORM

1 g Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Indikationen

Invanz ist zugelassen zur Behandlung von Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab einem Alter von drei Monaten mit intraabdominellen oder akuten gynäkologischen Infektionen, ambulant erworbener Pneumonie sowie Infektionen der Haut und Weichteile beim diabetischen Fuß, wenn diese durch sicher oder wahrscheinlich Ertapenem-empfindliche Bakterien verursacht wurden und eine parenterale Therapie erforderlich ist.

 

Invanz ist bei Erwachsenen außerdem zugelassen zur Prophylaxe postoperativer Infektionen des Bauchraums nach elektiven kolorektalen Eingriffen.

Wirkmechanismus

Ertapenem hemmt wie alle Betalactam-Antibiotika nach Bindung an Penicillin-bindende Proteine die Peptidoglykan- und somit die Zellwandsynthese von Bakterien. Es wirkt gegen ein breites Spektrum von grampositiven und -negativen Aerobiern und Anaerobiern, darunter Staphylokokken, Streptokokken, E. coli, Haemophilus influenzae, Methicillin-resistente Staphylokokken, Klebsiella-, Moraxella- und Proteus-Arten.

 

Typische Erreger nosokomialer Infektionen wie Pseudomonas oder Acinetobacter werden ebenso wenig erfasst wie Chlamydien, Mycoplasmen und Legionellen. Resistenzen wurden bislang selten beobachtet. Ertapenem ist ausreichend stabil gegenüber der Hydrolyse durch die meisten Betalactamasen, aber nicht gegen Metallo-Betalactamasen.

Anwendungsweise und -hinweise

Die empfohlene Dosierung für Erwachsene und Jugendliche beträgt täglich 1 g Ertapenem als intravenöse Infusion über 30 Minuten, für Säuglinge, Kleinkinder und Kinder von 3 Monaten bis 12 Jahren zweimal täglich 15 mg/kg KG.

Wichtige Wechselwirkungen

Bei der gleichzeitigen Gabe von Valproinsäure und Ertapenem wurde über verminderte Valproinsäure-Konzentrationen im Serum berichtet, die zu einer unzureichenden Kontrolle der Krampfneigung führen kann.

 

Wechselwirkungen über P-GP oder CYP-Enzyme sind unwahrscheinlich.

Nebenwirkungen

Circa jeder fünfte Patient in Studien zu Ertapenem klagte über Nebenwirkungen, die bei 1,3 Prozent zum Therapieabbruch führten. Häufigste Nebeneffekte waren Diarrhö, Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen, lokale Reaktionen an der Infusionsstelle sowie Phlebitis und Thrombophlebitis.

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Ertapenem darf nicht angewendet werden bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegen Antibiotika vom Carbapenem-Typ sowie bei Patienten, die bereits mit schweren Überempfindlichkeiten gegen andere Betalactam-Abtiobiotika reagiert haben, zum Beispiel mit anaphylaktischen Reaktionen oder schweren Hautreaktionen.

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Inhaltsstoffe ist das Arzneimittel kontraindiziert.

Studien

In klinischen Studien mit 3300 Patienten mit Infektionen im Bauch- und Beckenraum, im Urogenitaltrakt, an der Haut sowie mit ambulant erworbener Lungenentzündung war Ertapenem (einmal täglich 1 g) vergleichbar gut wirksam wie die Kombination Piperacillin/Tazobactam und Ceftriaxon. Allerdings sind die Erfahrungen zur Wirksamkeit bei schweren Infektionen begrenzt.

Besonderheiten

Invanz ist bei Temperaturen nicht über 25 °C zu lagern.

Invanz ist verschreibungspflichtig.

Formeln

Ertapenem

Ertapenem

Die dreidimensionale Strukturformel können Sie mit einem kostenlosen Zusatzprogramm aus dem Internet, zum Beispiel Cortona von Parallelgraphics, ansehen (externer Link).

Ertapenem.wrl

Weitere Hinweise

Während der Schwangerschaft sollte Ertapenem nur angewendet werden, wenn dies zwingend erforderlich ist. Während der Therapie mit Ertapenem ist das Stillen zu unterbrechen.

Letzte Aktualisierung: 08.12.2016