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ARZNEISTOFFE

Donidalorsen|Dawnzera®|40|2026

 
STOFFGRUPPE
40 Enzyminhibitoren, Präparate bei Enzymmangel und Transportproteine
WIRKSTOFF
Donidalorsen
FERTIGARZNEIMITTEL
Dawnzera®
HERSTELLER

Otsuka Pharmaceuticals

ZIELSTRUKTUR
Antisense-Oligonukleotide
MARKTEINFÜHRUNG (D)
03/2026
DARREICHUNGSFORM

80 mg Injektionslösung im Fertigpen

ATC-CODE
B06AC09
ORPHAN DRUG
Nein

Indikationen

Dawnzera ist zugelassen zur routinemäßigen Vorbeugung von wiederkehrenden Attacken des hereditären Angioödems (HAE) bei Erwachsenen und Jugendlichen ab zwölf Jahren

Wirkmechanismus

Donidalorsen ist ein Liganden-konjugiertes Antisense-Oligonukleotid. Es bindet spezifisch an die mRNA von Präkallikrein und vermittelt darüber deren Abbau durch das Enzym RNase-H1. Dadurch werden weniger Präkallikrein, folglich auch weniger Kallikrein und letztlich weniger Bradykinin produziert.

Anwendungsweise und -hinweise

Die empfohlene Anfangsdosis sind 80 mg Donidalorsen als subkutane Injektion einmal monatlich. Das Dosierungsintervall kann auf zwei Monate verlängert werden, wenn der Patient unter der Therapie mindestens drei Monate lang gut kontrolliert ist.

 

Dawnzera wird subkutan in den Bauch, den oberen Oberschenkel oder von einer Betreuungsperson in die Rückseite des Oberarms injiziert. Die Injektionsstelle sollte regelmäßig gewechselt werden. Das Mittel darf nicht in Bereiche injiziert werden, in denen die Haut Blutergüsse aufweist, empfindlich, gerötet, verhärtet oder entzündet ist. Nach einer Schulung kann die Injektion durch den Patienten selbst oder eine Betreuungsperson erfolgen.

 

Unter der Behandlung mit Donidalorsen wurden Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich Anaphylaxie, beobachtet. Bei einer schweren Reaktion muss die Verabreichung sofort beendet und eine geeignete medizinische Behandlung eingeleitet werden. Patienten sollten über mögliche Anzeichen und Symptome von Überempfindlichkeitsreaktionen aufgeklärt werden. Bei Auftreten entsprechender Beschwerden ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen und die Anwendung des Arzneimittels zu beenden.

 

Donidalorsen ist nicht zur Behandlung von akuten Attacken des hereditären Angioödems vorgesehen. Bei einer Durchbruchattacke sollte eine individualisierte Therapie mit einem Notfallmedikament eingeleitet werden.

Nebenwirkungen

Als häufige Nebenwirkungen wurden Reaktionen an der Injektionsstelle sowie erhöhte Leberenzymwerte beobachtet.

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Inhaltsstoffe ist das Arzneimittel kontraindiziert.

Studien

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Donidalorsen wurden in der randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-III-Studie OASIS-HAE mit 90 Patienten ab zwölf Jahren untersucht. Die Teilnehmenden erhielten 80 mg Donidalorsen oder Placebo, entweder alle vier Wochen (n = 45) oder alle acht Wochen (n = 23). Die beiden mit Placebo behandelten Gruppen wurden für die Analyse zusammengefasst (n = 22). Als primärer Endpunkt war die Attackenhäufigkeit pro vier Wochen über einen Zeitraum von 24 Wochen definiert.

 

Die Attackenhäufigkeit betrug unter Donidalorsen alle vier Wochen durchschnittlich 0,44, unter Verum alle acht Wochen durchschnittlich 1,02 und unter Placebo durchschnittlich 2,26. Das entspricht einer Reduktion der monatlichen Attackenrate um 81 Prozent bei vierwöchentlicher Dosierung und um 55 Prozent bei achtwöchentlicher Dosierung im Vergleich zu Placebo.

Hintergrundinfos

Das hereditäre Angioödem (HAE) ist eine seltene, chronische und potenziell lebensbedrohliche genetische Erkrankung, von der in Europa etwa 15.000 Menschen betroffen sind. Gekennzeichnet ist sie durch wiederkehrende Attacken mit rasch auftretenden Schwellungen, die Haut, Schleimhäute, Gastrointestinaltrakt oder Atemwege betreffen können. Ursächlich ist ein Mangel oder eine Funktionsstörung des C1-Esterase-Inhibitors (C1-INH). In der Folge wird das Kallikrein-Kinin-System übermäßig aktiviert, wodurch vermehrt Bradykinin gebildet wird. Das Gewebshormon erhöht die Gefäßpermeabilität und verursacht die charakteristischen Schwellungsattacken.

Besonderheiten

Dawnzera ist bei Temperaturen von 2–8 °C (Kühlschrank) und vor Licht geschützt (Umkarton) zu lagern.

 

Dawnzera ist verschreibungspflichtig

Weitere Hinweise

Aus Vorsichtsgründen sollte das Präparat bei Schwangeren nicht angewendet werden. Bei Stillenden ist zu entscheiden, ob das Stillen unterbrochen oder auf die Behandlung verzichtet beziehungsweise die Behandlung unterbrochen werden soll.

Vorläufige Bewertung

Schrittinnovation

Letzte Aktualisierung: 10.04.2026