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ARZNEISTOFFE

Olopatadin|Opatanol®|67|2004

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STOFFGRUPPE
67 Ophthalmika
WIRKSTOFF
Olopatadin
FERTIGARZNEIMITTEL
Opatanol®
HERSTELLER

Alcon Pharma

MARKTEINFÜHRUNG (D)
01/2004
DARREICHUNGSFORM

1 mg/ml Augentropfen

Indikationen

Opatanol-Augentropfen sind zur Behandlung okulärer Anzeichen und Symptome der saisonalen allergischen Konjunktivitis zugelassen.

Wirkmechanismus

Der selektive H1-Rezeptorblocker Olopatadin hemmt die Wirkung von Histamin und verhindert die Histamin-induzierte Produktion entzündungsfördernder Zytokine konjunktivaler Epithelzellen. Zudem lassen Daten aus In-vitro-Studien darauf schließen, dass die Substanz direkt auf die Mastzellen der menschlichen Bindehaut wirkt, wodurch die Ausschüttung entzündungsfördernder Mediatoren inhibiert wird.

Anwendungsweise und -hinweise

Olopatadin sollte ein oder zwei Wochen vor dem zu erwartenden Beginn der Augensymptome und anschließend die ganze Saison hindurch angewendet werden, um so vorhersehbaren, jahreszeitlich auftretenden allergischen Symptomen an den Augen vorzubeugen.

 

Zweimal täglich im Abstand von acht Stunden sollte ein Tropfen Opatanol in den Bindehautsack des betroffenen Auges getropft werden. Für Kinder ab drei Jahren kann die gleiche Dosierung wie für Erwachsene angewendet werden. Die Behandlung kann, falls notwendig, bis zu vier Monate fortgesetzt werden.

 

Da die Augentropfen Benzalkoniumchlorid enthalten, ist bei häufiger oder langfristiger Anwendung eine engmaschige Überwachung bei Patienten mit Sicca-Syndrom oder vorgeschädigter Hornhaut angezeigt.

 

Patienten, die Kontaktlinsen benutzen, sollten nach dem Eintropfen der Lösung 10 bis 15 Minuten mit dem Einsetzen der Kontaktlinsen warten. Während des Tragens von Kontaktlinsen sollten Olopatadin-Augentropfen nicht angewendet werden.

Wichtige Wechselwirkungen

Mit Olopatadin wurden keine klinischen Studien zu Wechselwirkungen durchgeführt. In-vitro-Studien zeigten, dass die Substanz nicht mit den CYP-Isozymen 1A2, 2C8, 2C9, 2C19, 2D6, 2E1 und 3A4 interagiert. Daher scheinen Wechselwirkungen mit gleichzeitig angewendeten Wirkstoffen unwahrscheinlich.

Nebenwirkungen

Als häufigste behandlungsbedingte Nebenwirkung mit einer Häufigkeit von 0,9 Prozent gaben die Patienten in Studien zu Opatanol Jucken und Brennen der Augen an. Weitere unerwünschte Arzneimittelwirkungen wie verschwommenes Sehen, trockener Mund, Rhinitis und Erythem traten sehr selten auf.

 

Wie andere topisch angewendete Arzneimittel wird auch Olopatadin systemisch resorbiert, allerdings nur in sehr geringem Ausmaß. So sind die Plasmakonzentrationen 50- bis 200-mal geringer als diejenigen nach gut verträglicher peroraler Gabe.

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Inhaltsstoffe ist das Arzneimittel kontraindiziert.

Studien

Die Zulassung von Opatanol beruht auf klinischen Studien mit rund 950 Patienten, in denen Olopatadin als Monotherapeutikum oder kombiniert mit 10 mg Loratadin ein- bis viermal täglich bis zu vier Monate lang in beide Augen getropft wurde. Dabei wurden keine schwerwiegenden ophthalmologischen oder systemischen Nebenwirkungen beobachtet.

Besonderheiten

Bei der Lagerung von Opatanol sind keine besonderen Bedingungen zu berücksichtigen.

Nach Anbruch ist Opatanol noch vier Wochen verwendbar.

Opatanol ist verschreibungspflichtig.

Formeln

Olopatadin

Olopatadin

Die dreidimensionale Strukturformel können Sie mit einem kostenlosen Zusatzprogramm aus dem Internet, zum Beispiel Cortona von Parallelgraphics, ansehen (externer Link).

Olopatadin.wrl

Weitere Hinweise

Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität nach systemischer Anwendung gezeigt. Eine Anwendung von Olopatadin während der Schwangerschaft sowie bei Frauen, die nicht verhüten, wird nicht empfohlen.

Auch während der Stillzeit soll Olopatadin nicht angewendet werden. Tierexperimentelle Daten zeigen, dass der Wirkstoff nach oraler Gabe in die Muttermilch übergeht.

Letzte Aktualisierung: 15.09.2016