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ARZNEISTOFFE

Depemokimab|Exdensur®|28|2026

 
STOFFGRUPPE
28 Bronchospasmolytika/Antiasthmatika und andere Mittel für den Respirationstrakt
WIRKSTOFF
Depemokimab
FERTIGARZNEIMITTEL
Exdensur®
HERSTELLER

Glaxo-Smith-Kline

ZIELSTRUKTUR
Anti-IL-5-AntikörperAnti-Interleukin-5-Antikörper
MARKTEINFÜHRUNG (D)
04/2026
DARREICHUNGSFORM

100 mg Injektionslösung im Fertigpen 
100 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze

ATC-CODE
R03DX12
ORPHAN DRUG
Nein

Indikationen

Exdensur ist zugelassen als zusätzliche Erhaltungstherapie bei Erwachsenen und Jugendlichen ab zwölf Jahren mit schwerem Asthma mit Typ-2-Inflammation, das trotz Gabe von hoch dosierten inhalativen Corticosteroiden (ICS) plus einem weiteren Arzneimittel zur Asthma-Erhaltungstherapie unzureichend kontrolliert ist.

 

Exdensur ist außerdem zugelassen als Zusatztherapie zu ICS zur Behandlung von Erwachsenen mit schwerer chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP), die mit systemischen Corticosteroiden und/oder einem chirurgischen Eingriff nicht ausreichend kontrolliert werden kann.

Wirkmechanismus

Depemokimab ist ein rekombinanter humanisierter monoklonaler IgG1-Antikörper. Es bindet an humanes Interleukin-5 (IL-5) und blockiert dadurch dessen Bindung an den auf der Zelloberfläche exprimierten Rezeptor IL-5Rα. IL-5 gilt als wichtiges Zytokin bei der Typ-2-Inflammation, die mit einer erhöhten Eosinophilenzahl im Blut einhergeht. Diese Art der Entzündung ist bei der Mehrzahl der Patienten mit schwer behandelbarem Asthma und bei bis zu 80 Prozent der Menschen mit chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen nachweisbar. Depemokimab reduziert die Eosinophilenzahl schnell und anhaltend. Dies lindert Entzündungen und bessert die Symptome. Nachgewiesen wurden eine verbesserte Integrität des Epithels, eine verringerte Schleimpfropfbildung und ein reduzierter Gewebeumbau.

 

Bei Depemokimab ist die Aminosäuresequenz in der kristallisierbaren Fragmentregion (Fc) dreifach modifiziert, was die Bindung an den neonatalen Fc-Rezeptor (FcRn) erhöht. Dieser intrazelluläre Rezeptor ist an einem für IgG-Antikörper spezifischen Recyclingprozess beteiligt. Bindet Depemokimab an den FcRn, wird es vor dem lysosomalen Abbau geschützt, was die Halbwertszeit im Vergleich zum IgG1-Wildtypmolekül deutlich verlängert und die halbjährliche Applikation ermöglicht.

Anwendungsweise und -hinweise

Die empfohlene Dosis beträgt in beiden Indikationen 100 mg Depemokimab. Sie wird alle sechs Monate per Fertigpen oder Fertigspritze subkutan gespritzt, vorzugsweise in Bauch-, Oberschenkel oder Oberarm. Ungeeignet sind Hautareale, die verletzt, empfindlich, gerötet oder hart sind. Die Applikation kann der Patient oder eine betreuende Person nach einer Schulung selbst vornehmen.

 

Nach der Gabe von Depemokimab sind Überempfindlichkeitsreaktionen wie Anaphylaxie und Angioödem möglich, die symptomatisch behandelt werden. Diese Reaktionen können innerhalb von Stunden, aber auch verzögert nach Tagen auftreten. Die nächste Dosis soll unter Überwachung gespritzt werden. Bei schweren oder wiederkehrenden Reaktionen ist ein Abbruch der Behandlung zu erwägen.

Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen in Studien zu Depemokimab waren lokale Reaktionen an der Injektionsstelle (2 Prozent), zum Beispiel Schmerzen, Erythem, Schwellungen oder Juckreiz.

Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Inhaltsstoffe ist das Arzneimittel kontraindiziert.

Studien

Wirksamkeit und Sicherheit von Depemokimab bei Patienten mit schwerem eosinophilem Asthma mit einer Typ-2-Entzündung wurden in den beiden Studien SWIFT-1 und -2 geprüft. Aufgenommen wurden 792 Patienten ab zwölf Jahren; die vollständige Analyse umfasste 762 Teilnehmer. Davon erhielten 502 Depemokimab und 260 Placebo, jeweils als Add-on-Therapie über 52 Wochen, also insgesamt zwei Dosen. Die jährliche Rate an Asthma-Exazerbationen war unter Depemokimab signifikant niedriger als unter Placebo: 0,46 versus 1,11 in SWIFT-1 und 0,56 versus 1,08 in SWIFT-2. Unter Verum mussten deutlich weniger Patienten wegen einer Exazerbation ins Krankenhaus oder in eine Notaufnahme (1 versus 4 Prozent). Der Anteil der Patienten mit unerwünschten Ereignissen war in beiden Studien in beiden Gruppen ähnlich. Patienten, die eine der Studien abgeschlossen hatten, konnten an der offenen Verlängerungsstudie AGILE teilnehmen, in der sie über weitere 52 Wochen bis zu zwei Dosen Depemokimab erhielten. Dabei ergab sich eine jährliche Exazerbationsrate von 0,56.

 

Der Hauptnachweis für die Wirksamkeit bei schwerer chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen basiert auf den Phase-III-Studien ANCHOR-1 und -2 mit 528 Patienten. Unter Depemokimab erreichten die Patienten bei beiden primären Endpunkten, dem Gesamt-Nasenpolypen-Score sowie auf der Bewertungsskala für die nasale Obstruktion, statistisch signifikante Verbesserungen gegenüber Placebo. Die unerwünschten Ereignisse waren in beiden Studien in beiden Armen ähnlich. Da das Verum die Größe und Obstruktion von Nasenpolypen deutlich reduzierte, sank auch die Zahl der Patienten, die eine Nasenoperation oder eine andere Erhaltungstherapie mit Wirkung auf eine Typ-2-Inflammation benötigten (29 Prozent Risikoreduktion).

Besonderheiten

Exdensur ist bei Temperaturen von 2 bis 8 °C (Kühlschrank) zu lagern. Es darf nicht gefroren oder geschüttelt werden. Fertigpen und Fertigspritze können im ungeöffneten Umkarton bis zu sieben Tage lang bei Raumtemperatur (bis zu 30 °C) und vor Licht geschützt aufbewahrt werden. Nach Öffnen des Umkartons muss Exdensur innerhalb von acht Stunden verabreicht werden.

 

Exdensur ist verschreibungspflichtig.

Weitere Hinweise

Aus Sicherheitsgründen sollte Depemokimab in der Schwangerschaft nicht gegeben werden. Da IgG-Antikörper in den ersten Tagen nach der Geburt in die Muttermilch übergehen, kann in dieser Zeit ein Risiko für den gestillten Säugling nicht ausgeschlossen werden. Falls erforderlich, kann Depemokimab anschließend in der Stillzeit angewendet werden.

Vorläufige Bewertung

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Letzte Aktualisierung: 08.05.2026