Patienten mit bipolarer Störung zeigen eine hohe Rate an Non-Adhärenz (32). Dies gilt insbesondere in manischen Phasen. Schwankende oder unzureichende Blutspiegel sind mit einem höheren Risiko für Rezidive verbunden.
Daher ist die klinisch-pharmazeutische Beratung zur Adhärenz besonders wichtig. Zum Beispiel kann für Stammkunden ein Reichweiten-Monitoring etabliert werden. Bei Medikationsanalysen können Apotheker darauf achten, dass die Tablettenanzahl so gering wie möglich ist und Einnahmezeitpunkte auf ein Minimum reduziert werden (33, 36).
Adhärenzfördernd sind auch Depot-Darreichungsformen für Antipsychotika. Damit können bessere Therapieergebnisse und geringere Raten an Nebenwirkungen erreicht werden (34). Allerdings sind Depot-Antipsychotika nur für Erwachsene mit Schizophrenie zugelassen (ICD-10-Diagnose F20). Es bietet sich an, vorab die Kostenübernahme für den Off-Label-Einsatz bei der Krankenkasse zu beantragen.
Julia Reiff studierte Medizin, erhielt 1995 die Approbation und legte 1999 die Facharztprüfung für Psychiatrie und Psychotherapie ab. Sie war als (leitende) Oberärztin an psychiatrischen Kliniken in Kiel und Wiesbaden tätig. Seit 2021 ist Dr. Reiff an der Klinik für Erwachsenenpsychiatrie und Psychotherapie der Vitos Klinik Eichberg tätig, zuerst als stellvertretende Klinikdirektorin, dann als Direktorin. Im April 2026 wechselte sie als Ärztliche Direktorin an das Vitos Klinikum Rheingau.
Pamela Reißner studierte Pharmazie in Halle und wurde im Jahr 2000 approbiert. Seitdem arbeitet sie als Krankenhausapothekerin, unter anderem in Neuruppin, Lübeck und Mainz. 2015 wurde sie promoviert. Seit 2021 ist Dr. Reißner an den Vitos Kliniken als Klinische Pharmazeutin tätig.