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Bipolare Störungen
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Phasengerecht therapieren

Die bipolare Störung ist eine komplexe Erkrankung, die das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen erheblich belastet. Eine frühzeitige Diagnose und konsequente Behandlung können den Krankheitsverlauf und die Lebensqualität deutlich verbessern.
AutorKontaktJulia Reiff
AutorKontaktPamela Reißner
Datum 02.07.2026  09:00 Uhr

Hinweise für die pharmazeutische Beratung

Die folgenden Punkte können in der Beratung sowie bei der Medikationsanalyse in der Apotheke eine besondere Rolle spielen (Auswahl).


▶ Lithium

Apotheker sollten nach regelmäßigen Kontrollen der Nierenfunktion fragen, insbesondere bei Älteren und Patienten mit komorbider Hypertension.

In Kombination mit Schilddrüsenhormonen wie Levothyroxin muss abgeklärt werden, ob die Schilddrüsenveränderung eine Nebenwirkung von Lithium ist.

Die Kombination mit Elektrolyt-verschiebenden Wirkstoffen, zum Beispiel Diuretika, ACE-Hemmern oder Sartanen, kann kritisch sein. Bei Kombination sollte regelmäßig eine Blutspiegelkontrolle erfolgen, insbesondere bei Dosisänderungen.

Wirkstoffe, die die Nierendurchblutung reduzieren, können zur Lithium-Intoxikation führen. Hier ist – insbesondere in der Selbstmedikation mit NSAR – eine strenge Nutzen-Risiko-Abwägung zu treffen.

Bei Veränderungen der Homöostase (Erbrechen, Durchfall, verstärktes Schwitzen) kann eine Lithium-Intoxikation auftreten. Der Patient muss Warnzeichen wie Tremor oder Verwirrtheit kennen.


▶ Antipsychotika

Die Beratung richtet sich nach der Substanz. Bei Aripiprazol und Cariprazin ist eine morgendliche Einnahme zu empfehlen. Olanzapin und Quetiapin sollten abends eingenommen werden. Bei Einnahme von Quetiapin retard muss der Patient ausreichend Abstand zur Nahrungsaufnahme halten (mindestens eine Stunde). Zudem sollte er wissen, dass die Retardtablette im Ganzen im Stuhl ausgeschieden wird.

Hinsichtlich Nebenwirkungen sollten Apotheker die Patienten über eine mögliche Sedierung bei Olanzapin und Quetiapin sowie über eine mögliche Gewichtszunahme (Selbstmessung sinnvoll) aufklären. Bei Aripiprazol und Cariprazin kann Agitiertheit auftreten. Belastet diese den Patienten, sollte er sich an den verordnenden Arzt wenden. In der Regel wird bei Neuverordnung und im Verlauf der Therapie eine mögliche QTc-Verlängerung über ein EKG-Monitoring überwacht.


▶ Antikonvulsiva

Neben einer Sedierung unter Carbamazepin und eventuell unter Valproat sollte auf die Hautreaktionen unter Lamotrigin hingewiesen werden. Bei Veränderungen an der Haut sollte der Patient umgehend seinen Arzt konsultieren. Bei Valproat sind Maßnahmen hinsichtlich Teratogenität essenziell (siehe Blaue-Hand-Materialien des BfArM) (15).


▶ Vorsicht Switch-Gefahr

Präventiv können Apotheker in einer Medikationsanalyse zudem Substanzen identifizieren, die einen Switch auslösen könnten. Dazu gehören Wirkstoffe wie Antidepressiva (bei fehlender Kombination mit Stimmungsstabilisierern), Stimulanzien oder (systemische) Corticosteroide.

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