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Bipolare Störungen
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Phasengerecht therapieren

Die bipolare Störung ist eine komplexe Erkrankung, die das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen erheblich belastet. Eine frühzeitige Diagnose und konsequente Behandlung können den Krankheitsverlauf und die Lebensqualität deutlich verbessern.
AutorKontaktJulia Reiff
AutorKontaktPamela Reißner
Datum 02.07.2026  09:00 Uhr

Rapid Cycling

Beim Rapid Cycling erleiden die Patienten mindestens vier Akutphasen im Jahr – eine hohe Belastung für alle Betroffenen. Die Evidenz für eine optimale Therapie ist noch unzureichend.

Hinweise auf eine Wirksamkeit gibt es für Aripiprazol, Olanzapin und Valproat (akute manische oder gemischte Episoden), für Quetiapin (akute depressive Episoden) sowie für Aripiprazol und Lamotrigin (Phasenprophylaxe) (26). Neuere Studien zeigen einen Effekt von Aripiprazol und Levothyroxin bei refraktärem Rapid Cycling (27).

Einfluss auf Schlaf und circadiane Rhythmik

Auch in Remission ist die Schlafqualität oft beeinträchtigt. Unzureichender Schlaf (Qualität und Quantität) erhöht jedoch das Risiko für ein Rezidiv. Maßnahmen zur Verbesserung des Schlafs sind damit wesentlicher Bestandteil der langfristigen Behandlung.

Häufig ist bei den Patienten die circadiane Rhythmik gestört. Die aktuelle Evidenz lässt noch keine Aussage zu, ob Lithium oder stabilisierende Antikonvulsiva die circadiane Rhythmik positiv beeinflussen.

Melatonin scheint vielversprechend zu sein (28); für einen routinemäßigen Einsatz ist die Evidenz jedoch noch unzureichend.

Monitoring vor und während der Therapie

Vor Beginn einer Pharmakotherapie sind Laboruntersuchungen und diagnostische Abklärungen notwendig. Hierzu gehört die Erfassung von möglichen Kontraindikationen und Parametern wie Alter, Gewicht und persönliche Vorlieben, die für die Auswahl einer Substanz notwendig sind. Substanzabhängig können weitere Maßnahmen notwendig sein wie die Erfassung von Nieren- und Schilddrüsenwerten vor der Verordnung von Lithium.

Schwangerschaftswunsch (cave Antikonvulsiva, Ausnahme Lamotrigin) und zyklusbedingte Schwankungen können die Therapie beeinflussen (29).

Das Monitoring während einer Pharmakotherapie richtet sich in der Regel nach der verordneten Substanz. Beim Einsatz von Olanzapin, Quetiapin, Lithium und Valproat ist beispielsweise ein Monitoring von Gewicht, Insulinresistenz, Blutzucker und Lipidprofil nötig. Kardiovaskuläre Parameter und das Blutbild werden in der Regel ebenso erfasst wie endokrinologische Werte, insbesondere Prolaktin bei Risperidon (35).

Interaktionen mit Psychopharmaka, aber auch somatischer Medikation sind zu beachten, zum Beispiel die CYP3A4-Induktion durch Metamizol bei Gabe von Aripiprazol oder Quetiapin. Nieren- und Schilddrüsenfunktion müssen bei Lithium besonders berücksichtigt werden. Zur Erfassung weiterer Nebenwirkungen sowie der Adhärenz dienen unter anderem Blutspiegelmessungen.

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