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Bipolare Störungen
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Phasengerecht therapieren

Die bipolare Störung ist eine komplexe Erkrankung, die das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen erheblich belastet. Eine frühzeitige Diagnose und konsequente Behandlung können den Krankheitsverlauf und die Lebensqualität deutlich verbessern.
AutorKontaktJulia Reiff
AutorKontaktPamela Reißner
Datum 02.07.2026  09:00 Uhr

Therapieresistente bipolare Depression

Evidenzbasierte Strategien für die Therapie der behandlungsresistenten bipolaren Depression (TRBD) gibt es aktuell noch nicht.

Kürzlich hat die International Society for Bipolar Disorders die TRBD definiert als das Ausbleiben eines signifikanten und anhaltenden klinischen Ansprechens nach mindestens zwei zugelassenen und angemessen dosierten pharmakologischen Behandlungen, die über einen ausreichenden Zeitraum unter Einhaltung der Behandlungsvorschriften verabreicht wurden (Definition analog zur therapieresistenten unipolaren Depression) (20). Als therapeutische Optionen werden vor allem Kombinationen genannt, zum Beispiel Lithium plus Lamotrigin, aber auch andere Antikonvulsiva und Antipsychotika. Die Evidenz für andere Kombinationen ist begrenzt, kann aber in Einzelfällen sinnvoll sein; Beispiele sind Pramipexol, Modafinil, N-Acetylcystein, Omega-3-Fettsäuren und L-Thyroxin (20, 21).

Wenn Patienten unzureichend auf die Standardtherapien ansprechen, ohne dass die Kriterien der TRBD erfüllt sind, können Lithium, Levothyroxin oder Quetiapin eingesetzt werden (EMA). Die FDA hat zusätzlich auch Aripiprazol, Brexpiprazol und Cariprazin vorgesehen.

Der Einsatz von Psilocybin und (Es-)Ketamin sowie Brexpiprazol verspricht Erfolge, scheinbar ohne Induktion manischer Phasen (20). Für deren routinemäßigen Einsatz ist die Evidenz jedoch noch unzureichend.

Ketamin parenteral und Esketamin nasal scheinen bei bipolarer Störung mit einer Verbesserung des Outcomes einherzugehen (22, 23) und – ähnlich wie Lithium – suizidpräventiv zu wirken (24). Der Einsatz erfolgt off Label, denn Esketamin ist nur bei der therapieresistenten unipolaren Depression zugelassen. Laut Studien geht die Gabe vermutlich nicht mit einer vermehrten Induktion manischer Phasen einher (20). Aufgrund der fehlenden Zulassung ist es empfehlenswert, die Kostenübernahme vor Therapiestart bei der Krankenkasse zu beantragen.

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