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Kleinzelliges Lungenkarzinom
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Tarlatamab verlängert das Überleben

Im Juli kamen zwei neue Arzneimittel für Patienten mit fortgeschrittenem kleinzelligem Lungenkarzinom auf den Markt: Neben Lurbinectedin ist es der bispezifische Antikörper Tarlatamab. In Studien konnte dieser das Gesamt- und das progressionsfreie Überleben deutlich verlängern.
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 13.08.2026  07:00 Uhr

Das Medikament Imdylltra® (Pulver zur Herstellung eines Konzentrats und Lösung zur Herstellung einer Infusionslösung, Amgen) ist zugelassen als Monotherapie für Erwachsene mit kleinzelligem Lungenkarzinom im fortgeschrittenen Stadium (Extensive-Stage Small Cell Lung Cancer, ES-SCLC). Es ist eine Zweitlinientherapie, denn die Medikation darf nur angewendet werden, wenn der Krebs während oder nach einer platinhaltigen Erstlinienbehandlung fortschreitet und die Patienten eine systemische Therapie benötigen.

Zum Therapiestart wird eine Anfangsdosis von 1 mg intravenös gegeben, gefolgt von 10 mg als einstündige Infusion an den Tagen 8 und 15 sowie danach alle zwei Wochen. Es gibt keine Empfehlungen zur Dosisreduktion für ältere Patienten oder Menschen mit Nieren- oder Leberfunktionsstörungen.

Nach den ersten beiden Infusionen sind die Patienten für sechs bis acht Stunden zu überwachen und bekommen als Begleitmedikation Dexamethason vor und NaCl-Lösung nach der Infusion.

Das Medikament muss vor der Applikation rekonstituiert und danach weiter verdünnt werden. Die Fachinformation gibt dazu exakte Hinweise.

Begleitmedikation soll Komplikationen verhindern

Die Prä- und Postmedikation soll das Risiko eines Zytokinfreisetzungssyndroms (CRS) reduzieren. Dieses kann mit Problemen wie Fieber, Hypotonie, Hypoxie, Ermüdung, Tachykardie, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Übelkeit und Erbrechen einhergehen.

Ebenfalls zu beachten ist das Immuneffektorzell-assoziierte Neurotoxizitätssyndrom (ICANS), das noch mehrere Wochen nach der Anwendung von Tarlatamab auftreten kann. Anzeichen sind unter anderem Kopfschmerzen, Enzephalopathie, Verwirrtheit, Delir, Krampfanfall, Ataxie, Neurotoxizität und Tremor.

Beide Komplikationen können lebensbedrohlich oder tödlich verlaufen. Die Fachinformation enthält Empfehlungen zur Therapie von CRS und ICANS.

Neben der Überwachung in der Klinik ist es wichtig, dass Patienten und Betreuungspersonen die Symptome dieser Syndrome im ambulanten Bereich kennen und wissen, dass sie bei ersten Anzeichen zum Arzt gehen müssen. Darüber müssen sie explizit aufgeklärt werden.

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