Wo bleiben die mRNA-Therapeutika? |
Während der Covid-19-Pandemie hat sich die mRNA-Technologie innerhalb kürzester Zeit von einer experimentellen Plattform zu einer klinisch etablierten Impfstofftechnologie entwickelt. Der ursprüngliche Anspruch der Technologie war, fehlende Proteine zu ersetzen oder beispielsweise Antikörper im Körper produzieren zu lassen. Auch Krebs sollte mithilfe von mRNA-Therapeutika gezielt bekämpft und Fehler in Genomen korrigiert werden.
Von diesen Ansprüchen ist die aktuelle Entwicklung weit entfernt. Nach wie vor ist kein einziges Therapeutikum auf Basis der mRNA-Technologie zugelassen.
Professor Dr. Kenneth Chien, einer der Gründer des Unternehmens Moderna, bringt es in einem Interview mit der Biotech-Plattform STAT+ auf den Punkt: »Die Covid-Impfstoffe waren zwar sehr innovativ, aber mRNA-basierte Therapeutika haben noch keinen eigenen bleibenden Abdruck im Biotech-Universum hinterlassen.«
Den Grund dafür fasst Chien mit zwei Worten zusammen: »Delivery« und »Targeting«, also die zielgerichtete Verabreichung der mRNA in das gewünschte Gewebe.
Tiefere Einblicke in die Probleme bei der Entwicklung von mRNA-Therapeutika geben die Professoren Dr. Theo Dingermann und Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz in der neuen Folge des Podcasts »PZ Nachgefragt«.
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