Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Apotheken fordern
-
Krisenfestigkeit auch finanziell fördern

Angesichts von Stromausfällen, Naturkatastrophen und der Bedrohungslage setzt der Deutsche Apothekertag ein deutliches Zeichen, dass die Apotheken vor Ort stärker in die Planung für den Ernstfall einbezogen werden und dafür auch finanziell zu unterstützen.
AutorKontaktMelanie Höhn
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 17.09.2026  13:30 Uhr

Es gibt bereits eine AG Krisenvorsorge der Bundesapothekerkammer, die aktuell konkrete Forderungen an die Politik, aber auch Handlungshilfen für die Apotheken vor Ort entwickelt. Vor diesem Hintergrund wurden mehrere Anträge zu Krisenfestigkeit beim Deutschen Apothekertag in München am Donnerstag diskutiert. Die Intention der Anträge, dass Apotheken stärker einbezogen und dabei auch unterstützt werden, war dabei unstrittig.

Während die einen damit ein starkes Zeichen setzen wollen, warnten andere davor, die Arbeit der bestehenden AG mit zu kleinteiligen Anträgen konterzukarieren. Es bestand auf jeden Fall Diskussionsbedarf zu diesem wichtigen Thema. Während zwei Anträge angenommen wurden, gingen zwei weitere in den Ausschuss.

Apotheken finanziell und regulatorisch vorbereiten

Im ersten angenommenen Antrag forderte der Landesapothekerverband Baden-Württemberg, die öffentliche Apotheken als systemrelevante Einrichtungen der Daseinsvorsorge finanziell und regulatorisch so vorzubereiten, dass ihre Funktionsfähigkeit unter außergewöhnlichen Belastungen wie Krieg dauerhaft gewährleistet ist. »Wir wollen gern Teil der Krisenvorsorge sein, das bedeutet aber auch, dass man uns als dezentrale Anlaufstelle für die Bevölkerung unterstützen muss«, unterstrich Martin Braun, Präsident der Apothekerkammer Baden-Württemberg.

Die Begründung des Antrags war ausführlich und enthält unter anderem Punkte wie

  • die Einrichtung eines eigenständigen, dauerhaft ausgestalteten Förderprogramms für Krisenpharmazie auf Bundes- und Landesebene zur Finanzierung krisenfester Strukturen und technischer Redundanzen,
  • eine Notfallausstattung und organisatorische Vorsorge, die Bereitstellung zweckgebundener Mittel für die Bevorratung kritischer Arzneimittel, Hilfsmittel und Verbrauchsmaterialien sowie für die Aufrechterhaltung krisenrelevanter Lager- und Logistikstrukturen,
  • die Einführung einer gesonderten Vergütung für krisenbedingte Vorhalteleistungen, Zusatzaufgaben, Notfallabgaben, erweiterte Dokumentationspflichten und Krisenkommunikation.
Mehr von Avoxa