| Alexander Müller |
| 17.09.2026 12:30 Uhr |
© Sandra Schneider/Spreekind-Fotografie / PZ
Minister Carsten Linnemann (CDU) hat zur Eröffnung des Deutschen Apothekertags (DAT) einen gelungenen Auftritt hingelegt und eine der Kernforderungen der ABDA aufgenommen, indem er das Gebaren ausländischer Versender als »Wettbewerbsverzerrung« bezeichnete. Der kräftige Applaus der Delegierten ebbte aber ab, als Linnemann hinzufügte, dass entweder alle die Zuzahlung erlassen können müssten oder niemand.
Zwar hat er später in den persönlichen Gesprächen versichert, es gehe ihm um ein Verbot, auch wenn das juristisch anspruchsvoll werde. An anderer Stelle war aber eben auch zu hören, dass es im Bundesgesundheitsministerium (BMG) durchaus Stimmen dafür gibt, das Erheben der Zuzahlung ins Belieben der Apotheken zu stellen.
Die 1,15 Euro Honorarplus wären in diesem Moment eine traurige Fußnote der Geschichte, denn am HV-Tisch könnten die Apothekenteams dann bei jedem Rezept mit dem Patienten über 7,50 bis 15 Euro Rabatt diskutieren. Eine ungebremste Preisschlacht im Rx-Markt würde ein Massensterben an Apotheken auslösen – wir wären vermutlich innerhalb eines Jahres unter 10.000 Apotheken.
Das wäre für die Versorgung fatal, wie übrigens schon die Unsicherheit auf Patientenseite, die billigste Apotheke finden zu müssen. Dies ist genau das Gegenteil der Steuerungswirkung, die das BMG eigentlich mit der Zuzahlung erreichen will. Es wäre wünschenswert, wenn Linnemann hier schnell für Klarheit sorgen könnte. Am besten mit einem klaren Verbot, die Zuzahlungen erlassen zu dürfen. Oder er wählt gleich die vom DAT vorgeschlagene Alternative: ein Rx-Versandverbot.