| Cornelia Dölger |
| 15.09.2026 10:15 Uhr |
Der DAV-Vorsitzende Hans-Peter Hubmann eröffnete die Expopharm in München. Mit Blick auf die gesetzlich festgelegten neuen Kompetenzen sagte er: »Die Apotheke vor Ort ist wichtiger denn je.« / © PZ/Alois Müller
Im Vergleich zum vergangenen Herbst sei die Situation der Apotheken nun entspannter, so der DAV-Vorsitzende bei der Eröffnung der Expopharm in München. Das Fixum steige bis 1. Januar 2027 auf 9,50 Euro, die Koalition sei am Ende den Argumenten der Apothekerschaft gefolgt und habe ihre Zusage aus dem Koalitionsvertrag eingehalten – auch wenn die gestückelte Erhöhung den Honoraranstieg in diesem Jahr um fast 200 Millionen Euro gemindert habe.
»An dieser Stelle danke ich daher allen in der Politik, die sich ihrer Verantwortung bewusst waren und entsprechend gehandelt haben«, so Hubmann. Gleichermaßen sei den Kolleginnen und Kollegen zu danken, »die mit großem Einsatz für eine gute Apothekenreform gekämpft haben«. Klar sei gleichzeitig, dass die Honorarerhöhung nach 13 Jahren Stagnation kein Geschenk an die Apothekerschaft sei, die im Übrigen mit weniger als zwei Prozent an den Gesamtausgaben der GKV »nach wie vor nicht der Kostentreiber im Gesundheitssystem« sei.
Einen erneuten Stillstand beim Honorar dürfe es mithin nicht geben, unterstrich der DAV-Vorsitzende mit Blick auf die im letzten Teil der Apothekenreform verankerte Honorarverhandlungslösung zwischen DAV und GKV-Spitzenverband. Einfach dürften die Verhandlungen angesichts der Kriterien – Verbraucherpreisindex, Kostenentwicklung bei wirtschaftlicher Betriebsführung sowie Beitragssatzstabilität – zwar nicht werden, mutmaßte Hubmann. Sie böten aber die Chance, eine Stagnation wie in den vergangenen 13 Jahren zu verhindern.
Der DAV werde »mit großem Engagement und guter Vorbereitung« in die Verhandlungen gehen, versprach Hubmann. Positiv hob der DAV-Vorsitzende zudem die Verdopplung des Nacht- und Notdienstzuschusses hervor.
Dass die Apotheken mit der Reform mehr Kompetenzen bekommen, hebe die wichtige Rolle der Apotheken in der Gesundheitsversorgung hervor. »Die Apotheke vor Ort ist wichtiger denn je«, so Hubmann. Das Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) ermögliche neue Leistungen wie zusätzliche pharmazeutische Dienstleistungen (pDL), erweiterte Impf- und Testangebote, Rx-Anschlussversorgung auch ohne Rezept – »damit werden wir noch mehr niedrigschwellige Versorgung bieten und das Gesundheitssystem entlasten«, kündigte Hubmann an.
Mit den neuen Dienstleistungen werde zudem die Rolle der Apotheken in der Prävention und Früherkennung gestärkt. Klar müsse bei allen neuen Aufgaben aber sein, dass lediglich eine Kostendeckung nicht ausreiche, sondern jede neue Leistung müsse sich im Ertrag widerspiegeln. Bei Vergütungsfragen werde man daher sehr genau hinschauen.