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Symposium zur Krisenpharmazie
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Sich für die Krise rüsten

Ohne öffentliche Apotheken würde das Gesundheitssystem im Krisenfall nicht funktionieren – hierin waren sich die Rednerinnen und Redner beim Weinheimer Symposium »Die Rolle der öffentlichen Apotheken in Krise, Spannungsfall, Krieg« einig. Einen roten Faden für das Krisenthema lieferte der jüngste Stromausfall in Reutlingen.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 11.06.2026  11:30 Uhr

Bernd Klaubert, Oberstapotheker der Bundeswehr und Leitender Apotheker sowie Inspizient Wehrpharmazie der Bundeswehr, referierte beim Symposium »Die Rolle der öffentlichen Apotheken in Krise, Spannungsfall, Krieg« in Weinheim über »Die Sanitätsversorgung der Streitkräfte in Zeiten multipler Krisen«. Er schilderte, wie die Arzneimittel- und Medizinprodukteversorgung in der Bundeswehr organisiert ist, und skizzierte die Sanitätsmaterialversorgung entlang der Rettungskette. Eine Herausforderung sei die Logistik, viele Transporte würden durch zivile Unternehmen übernommen.

Bundeswehrapotheken gebe es heute an zehn Standorten, vor 25 Jahren hatte das Heer demnach noch deutlich mehr, bis ab dem Jahr 2000 der Fokus auf Auslandeinsätze gelegt wurde. »Wenn wir in Clustern denken, geht es ohne die öffentliche Apotheke nicht«, so Klaubert. Der Bedarf an Arzneimitteln und Medizinprodukten sei etwa bei einem Massenanfall von Patienten entsprechend erhöht. Essenziell sei eine ausreichende Bevorratung.

Generalarzt Benedikt Friemert bekräftigte bei dem von der Apothekerkammer Baden-Württemberg ausgerichteten Symposium, auch in der zivilen Welt seien medizinische Reserven unabdingbar – um wie viel nötiger seien sie noch im Krisenfall. Zumal Krisenereignisse immer Eskalation bedeuteten, dies habe große Auswirkungen auf Ressourcen und Reserven. »Materialschlachten« seien insbesondere bei chirurgischen Patienten zu erwarten. Eindrücklich hatte der Kiewer Mediziner Artem Bespalenko zuvor die verheerenden Zustände in der Ukraine im nunmehr fünften Kriegsjahr geschildert. 

Auf vereinzelte Großschadensereignisse sei das Land »exzellent vorbereitet«, so Friemert weiter. Krieg sehe aber leider anders aus, da sei das Gesundheitssystem »immer über 100 Prozent« und damit automatisch in einer Mangelsituation. Gibt es zu Beispiel genug Akutbetten, Reha-Betten, Betten für die Akutpsychiatrie? Auf jeden Fall böten auch die Bundeswehrkapazitäten zu wenig, zumal angesichts von potenziellen Strömen von Flüchtlingen aus dem Osten, so Friemert zur aktuellen Bedrohungslage.

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