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Symposium zur Krisenpharmazie
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Sich für die Krise rüsten

Ohne öffentliche Apotheken würde das Gesundheitssystem im Krisenfall nicht funktionieren – hierin waren sich die Rednerinnen und Redner beim Weinheimer Symposium »Die Rolle der öffentlichen Apotheken in Krise, Spannungsfall, Krieg« einig. Einen roten Faden für das Krisenthema lieferte der jüngste Stromausfall in Reutlingen.
AutorKontaktCornelia Dölger
Datum 11.06.2026  11:30 Uhr

Kommunen im Krisenfall nicht allein verantwortlich

Tim Gerhäusser, Dezernent beim Landkreistag Baden-Württemberg, betonte, Zivilschutz sei keine Aufgabe der kommunalen Daseinsvorsorge. Sämtliche Versorgungsfragen in Krisen zu übernehmen, würde die Kommunen überfordern. Er appellierte an die Eigenvorsorge, auch bei Apotheken, schon etwa bei Ereignissen wie Stromausfällen wie unlängst in Reutlingen.

In der anschließenden Diskussion, die der Initiator und wissenschaftliche Leiter des Symposiums, Apotheker Frank Knecht, moderierte, betonte Kammerpräsident Braun, die Apotheken wären zumindest besser vorbereitet, wenn jede Apotheke die nötige finanzielle Ausstattung hätte. In den meisten Apotheken fehle diese schlicht. Was die Mittelverwendung betreffe, müsse geklärt werden, wo diese landen sollten und wo die Bürgerinnen und Bürger auch mal Abstriche machen müssten, um das System insgesamt finanzierbar zu halten.

Ministerialdirigentin Engelhardt schloss sich dem Appell Tim Gerhäussers zu mehr Eigenvorsorge beim Krisenthema an. Es sei ein schwieriger Spagat auch für die Politik, einerseits die Kassen nicht zu überlasten und andererseits die Krisenvorsorge voranzubringen. 

Arbeitsgruppe zur Krisenvorsorge

Aus dem Plenum kam die Forderung nach konkreten Lösungsansätzen, etwa gemeinsamen Empfehlungen von Bundesapotheker- sowie -ärztekammer bei der Krisenvorsorge. Eine Best-Practice-Box solle erstellt und an alle Ebenen weitergegeben werden.

Braun erklärte, es gebe bereits Notfallpläne, das Problem sei das mangelnde Feedback – das die Bundesapothekerkammer (BAK) durchaus vehementer nachfragen sollte, wie er einräumte. Maike Fedders vom BAK-Vorstand berichtete, was die BAK zur Krisenvorsorge bereithält und plant. In der Arbeitsgruppe »Krisenvorsorge« wurde demnach unter anderem ein Notfallplan für die Geschäftsstellen der Kammern erarbeitet. Hier würden auch die Erfahrungen von humanitären Organisationen wie »Apotheker ohne Grenzen« eingebracht, ergänzte Braun.

Die BAK könne den Betrieben hier keine starren Vorschriften machen, eher Handreichungen geben, Arbeitshilfen zur Verfügung stellen, so Fedders. Es brauche keine Leuchtturmapotheken, die eine Extrafinanzierung bekommen, sondern eine Sicherstellung in der Fläche.

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