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Krisenresilienz
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Wie lange halten die Arzneimittelvorräte?

Ob Stromausfall, Hackerangriff, großes Verkehrsunglück, Naturkatastrophe oder militärischer Ernstfall – es gibt verschiedenste Szenarien, die die Versorgung der Patienten bedrohen können. Auf vielen Ebenen wird an Krisenresilienz gearbeitet, doch letztlich braucht jede Apotheke, ob im Krankenhaus oder öffentlich, eigene Notfallpläne, wie beim ADKA-Kongress in Düsseldorf deutlich wurde.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 12.06.2026  18:00 Uhr

Gleich zu Beginn seiner Keynote beim ADKA-Kongress in Düsseldorf zeichnete Oberstapotheker Dr. Bernd Klaubert, Leitender Apotheker sowie Inspizient Wehrpharmazie der Bundeswehr, ein düsteres Szenario eines Ernstfalls. Nach einem gezielten, großflächigen Angriff auf die Stromversorgung und Kommunikationsinfrastruktur funktioniert die Versorgung eines Krankenhauses nur noch eingeschränkt – sie muss aber funktionieren. Die Notstromaggregate laufen, nur noch Not-OPs werden durchgeführt, »aber es ist ein Wettlauf gegen die Zeit«, so Klaubert. Die automatisierten Warenlager der Großhändler sind größtenteils ausgefallen, es kann nichts kommissioniert werden, erste Lieferungen bleiben aus, Nachbestellungen sind schwierig, die Hersteller können nur eingeschränkt produzieren.

Für wie viele Tage und Patienten reichen die Vorräte lebenswichtiger Medikamente wie Analgetika, Antibiotika, Sedativa, Katecholamine und Insuline sowie Blutreserven und Sauerstoff? Für öffentliche Apotheken besteht eine Bevorratungspflicht von sieben Tagen, für Krankenhäuser von mindestens 14 Tagen beziehungsweise im intensivmedizinischen Bereich von mindestens sechs Wochen. Hier gelte es für jeden Betrieb, sein eigenes Warenlager zu überprüfen und im Blick zu halten. Zumal die aktuellen Vorgaben sich nur auf den Normalbetrieb beziehen.

Jetzt verteidigungsbereit werden

Was ist, wenn es hunderte oder tausende Verletzte oder Erkrankte (wie zuletzt in der Coronapandemie) auf einmal gibt? »Sind wir darauf vorbereitet, wenn die Krise morgen beginnt?«, fragte Klaubert. »Wir haben im Ahrtal gesehen, wie anfällig unser System ist, wenn Apotheken ausfallen.« 

Klaubert gab einen Einblick, soweit öffentlich, welche Vorbereitungen darauf bei der Bundeswehr laufen und welche Herausforderungen das auch für den zivilen Sektor bedeutet. Ob Arzneimittelherstellung, Logistik oder die Versorgung vieler Verletzter – im Krisen- und Kriegsfall sind zivile Apotheken und Krankenhausapotheken auf sich allein gestellt, denn die Bundeswehr sei dann nicht da. Wichtig sei zu wissen, wer im Krisen- und Kriegsfall was darf.

Warum es so wichtig sei, jetzt verteidigungsbereit zu werden, sehe man tagtäglich an den Bildern aus der Ukraine. »Wir werden es nur gemeinsam schaffen«, so Klauberts wichtigste Botschaft. Resilienz werde über die Fläche geschaffen, über jede einzelne Krankenhausapotheke, öffentliche Apotheken und jeden pharmazeutischen Großhändler – und über eine gute Zusammenarbeit und pragmatische Lösungen. So stehen auch ADKA und Bundeswehrpharmazie in engem Austausch.

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