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Krankenhauspharmazie
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Preise für Nachwuchs und Ausbildung

»Zukunft gestalten, Kompetenzen erneuern, Rollen neu denken« – unter diesem Motto stand das Seminar zu Ausbildung und Zukunft auf dem Jahreskongress der ADKA – Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker in Düsseldorf. Im Rahmen der Veranstaltung zeichnete die ADKA die beste Diplomarbeit und PJ-Projektarbeit aus. Der Bundesverband der Pharmaziestudierenden in Deutschland ehrte außerdem die drei besten Krankenhaus-Ausbildungsapotheken.
AutorKontaktLaura Rudolph
Datum 17.06.2026  12:30 Uhr

Den ADKA-Ausbildungspreis für die beste Diplomarbeit erhielt Melissa Ong. In der Apotheke des Universitätsklinikums Freiburg untersuchte sie, wie sich Arzneimittel-Lieferengpässe im Krankenhaus auf Kosten und Arbeitsaufwand auswirken. Zusätzlich analysierte sie den praktischen Umgang mit Lieferengpässen.

Im dreimonatigen Untersuchungszeitraum dokumentierte sie 157 Lieferengpässe. »In mehr als 80 Prozent der Fälle wich das angekündigte Lieferdatum vom tatsächlichen ab«, berichtete Ong. Im Median vergingen bis zur Lieferung dreieinhalb Wochen.

Bei den Preisdifferenzen von Alternativpräparaten beobachtete sie deutliche Ausreißer. Nach deren Bereinigung ergaben sich Mehrkosten von 773,30 Euro für die drei untersuchten Monate, hochgerechnet rund 3093,20 Euro pro Jahr. Noch stärker fiel jedoch der zusätzliche Zeitaufwand für das Management der Lieferengpässe ins Gewicht: Hier berechnete Ong zusätzliche Personalkosten von etwa 13.000 Euro jährlich.

Aus ihrer Sicht erfordert ein effizientes Lieferengpass-Management klare Abläufe sowie ein digitales System, das Bestellungen, Lagerbestände und Lieferrückstände erfasst. Zudem sollte es geeignete Alternativpräparate übersichtlich abbilden.

Beste PJ-Projektarbeit

Den ADKA-Ausbildungspreis für die beste PJ-Projektarbeit erhielt Theda Poppinga vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Sie widmete sich Paravasaten bei zielgerichteten Tumortherapeutika. Bei einem Paravasat tritt Flüssigkeit aus einer Infusion oder Injektion in das umliegende Gewebe aus, statt in den Blutkreislauf zu gelangen. Bei onkologischen Wirkstoffen kann dies – abhängig von der Substanz – schwere Gewebeschäden verursachen.

»Für zielgerichtete Therapeutika fehlen jedoch häufig klare Daten dazu, was bei Paravasaten passiert und wie wir sie einstufen«, erklärte Poppinga. Gerade für akute Situationen sei diese Einordnung entscheidend, um schnell und angemessen handeln zu können.

Die Krankenhausapothekerin fasste verfügbare Informationen zusammen und bewertete 40 zielgerichtete Tumortherapeutika, darunter zahlreiche monoklonale Antikörper. Dazu verglich sie bestehende Einstufungen aus verschiedenen onkologischen Quellen, befragte Hersteller zu Paravasat-Meldungen und Einschätzungen und führte eine systematische Literaturrecherche in PubMed durch. Drei unabhängige Pharmazeutinnen und Pharmazeuten nahmen die abschließende Bewertung konsensbasiert vor. Auf dieser Grundlage entwickelte Poppinga ein Ampelsystem, das eine schnelle Risikoeinschätzung ermöglicht.

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