| Laura Rudolph |
| 27.07.2026 09:00 Uhr |
Regelmäßige Injektionen in das Auge sind der Therapiestandard bei neovaskulärer altersbedingter Makuladegeneration. Ein Implantat könnte die Behandlung künftig vereinfachen. / © Getty Images/Drazen Zigic
Der VEGF-Inhibitor Ranibizumab ist seit vielen Jahren zur Behandlung verschiedener Netzhauterkrankungen etabliert. Bei der neovaskulären (»feuchten«) altersbedingten Makuladegeneration (nAMD) ist der Wirkstoff bereits seit 2007 in der EU zugelassen. Bislang verfügbare Präparate müssen regelmäßig direkt in den Glaskörper des Auges injiziert werden, in der Regel im Abstand von vier Wochen.
Mit Susvimo könnte nun erstmals in der EU ein okuläres Implantatsystem zugelassen werden, das Ranibizumab kontinuierlich freisetzt. Das Implantat wird in einem einmaligen chirurgischen Eingriff ins Auge eingesetzt und anschließend nur noch alle sechs Monate nachgefüllt. In den USA ist Susvimo bereits seit 2021 für nAMD und seit 2025 für das diabetische Makulaödem zugelassen und im Einsatz.
Die Indikation umfasst Erwachsene mit nAMD, deren Erkrankung nach einer intravitrealen Behandlung mit einem VEGF-Inhibitor stabil ist.
Die Wirksamkeit des Systems wurde in einer randomisierten Phase-III-Studie mit 415 Patienten untersucht. Dabei erwies sich Susvimo als vergleichbar mit monatlichen intravitrealen Ranibizumab-Injektionen. Sowohl die Sehschärfe als auch die anatomischen Netzhautbefunde blieben unter der Behandlung erhalten. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählten eine Entzündung der Iris, Veränderungen oder Undichtigkeiten an der Bindehaut im Bereich des Implantats, Linsen- und Glaskörpertrübungen, Rötungen und Blutungen der Bindehaut sowie Augen- und Kopfschmerzen.