17 Fälle von Regenfäule wurden dieses Jahr in Deutschland gezählt. Betroffen waren hauptsächlich Männer, die Sex mit anderen Männern hatten, häufig offenbar in sogenannten Sex-positiven Saunen. «« / © Getty Images/Mint Images
Die sogenannte Regenfäule ist eine bakterielle Hautinfektion, die eigentlich bei Tieren auftritt. Tiermediziner kennen dieses »Regenekzem« vor allem von Wiederkäuern und Pferden, heißt es vom Robert-Koch-Institut (RKI). Von Tier zu Mensch werde eine solche Dermatophilose nur vereinzelt übertragen, jüngst seien aber einige Fälle bekannt geworden.
Seit Ende 2025 hat laut dem RKI ein Berliner Labor mehrere Fälle einer Infektion mit dem Bakterium Dermatophilus congolensis gemeldet. Es hatte zuletzt Ende Mai im »Epidemiologischen Bulletin« darüber berichtet. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) spricht konkret von 17 Fällen in Deutschland bis zum Juni 2026, außerdem von Infektionen in weiteren EU-Ländern.
Betroffen sind hauptsächlich Männer, die Sex mit anderen Männern hatten, häufig offenbar in sogenannten Sex-positiven Saunen. Das RKI hält es daher für möglich, dass sexuelle Kontakte oder auch das gemeinsame Nutzen einer solchen Sauna ursächlich für die Infektion sein könnten.
Infiziert sich ein Mensch mit dem Bakterium, ist vor allem die Haut im Gesicht und im Genitalbereich betroffen. Möglich sind juckende, krustige oder schuppige Hautbeläge, kleine Pusteln und Knötchen. Oft heilt das Ekzem von selbst wieder ab, aber auch Antibiotika hätten bei Erkrankten gut angeschlagen, heißt es vom ECDC.