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Gelenkverschleiß aufhalten
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Was Nahrungsergänzung bei Arthrose bewirkt

Arthrose ist häufig und sehr belastend. Viele Patienten versuchen, mit Nahrungsergänzungsmitteln dem Verschleiß entgegenzuwirken und die Beweglichkeit zu erhalten. Was bewirken Produkte mit Glucosamin, Chondroitinsulfat, Kollagen oder Curcuma? Das sagt die Datenlage.
AutorKontaktCarolin Kühnast
Datum 04.09.2026  16:20 Uhr

Gelenke sind wichtig für zahlreiche Bewegungsabläufe und müssen dabei täglich hohe Belastungen abfedern. Dafür ist ein fein abgestimmtes Zusammenspiel unter anderem aus Gelenkflächen, Knorpel, Bindegewebe, Synovialflüssigkeit und umliegender Muskulatur nötig. Diese Strukturen tragen dazu bei, dass Bewegungen möglichst reibungsarm ablaufen, Druck verteilt wird und der Knorpel versorgt bleibt. Gerät dieses Gleichgewicht aus Belastung, Abnutzung und Erneuerung aus dem Takt, können sich mit der Zeit Gelenkbeschwerden entwickeln.

Durch einen andauernden Abbau von Gelenkknorpel kann im Verlauf die degenerative Gelenkerkrankung Arthrose entstehen. Begünstigt wird das durch ein höheres Lebensalter, Traumata, Übergewicht, angeborene Fehlstellungen sowie eine übermäßige Belastung der Gelenke aufgrund unterschiedlicher Ursachen. Die Kniearthrose (Gonarthrose) kommt häufig vor: Man geht davon aus, dass circa die Hälfte aller Frauen und ein Drittel aller Männer über 65 Jahren darunter leiden. Aber auch Hüftgelenke, das Daumengrundgelenk durch übermäßige Handynutzung sowie Gelenke der Schulter und Zwischenwirbel im Hals- und Lendenwirbelbereich können betroffen sein.

Menschen mit Arthrose leiden vor allem unter schmerzenden Gelenken, einer Arthralgie. Diese treten besonders bei Belastung oder beim Anlaufen auf. In der Nacht und bei Ruhe werden die Beschwerden oft besser, wobei das je nach Stadium auch anders sein kann. Die Reibungen im Gelenk sind teilweise fühlbar und es kommt zu Krepitationen (hörbaren Knirschgeräuschen). Außerdem treten immer wieder akute Phasen mit Gelenkergüssen und Entzündungsanzeichen auf. Langfristig und unbehandelt können zudem Deformationen und Bewegungseinschränkungen entstehen.

Mikronährstoffe und Supplements bei Arthrose

Die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) verschiedener Art soll insbesondere die Schmerzen lindern und die Funktionsfähigkeit des betroffenen Gelenks verbessern. Diese beiden Parameter werden auch immer wieder in Studien als Kontrollpunkte angesetzt. Wichtig ist, dass es für die Wirksamkeit einer alleinigen und prophylaktischen Anwendung bei gesunden Menschen keine Evidenz gibt – unabhängig vom Mittel. Primärpräventionsmaßnahmen sind insbesondere Gewichtsmanagement, Vermeidung von Gelenktraumata, ausreichend Bewegung mit gelenkschonenden Sportarten und eine ausgewogene, antioxidative Ernährung.

Diese Art der Ernährung umfasst einerseits die Reduktion entzündungsfördernder Lebensmittel (zum Beispiel Schweinefleisch mit hohem Gehalt an Arachidonsäure) und andererseits den Verzehr entzündungshemmender Nahrungsmittel (wie Seefisch mit hohem Omega-3-Fettsäuregehalt, Vitamin-C-reiches Obst und Gemüse). Da oxidativer Stress ein molekularer Treiber des Knorpelabbaus ist, wird durch diese Art der Ernährung die Knorpelbildung unterstützt. Eine zusätzliche Supplementierung ist nur notwendig, wenn ein Mangel bestimmter Mikronährstoffe vorliegt und diagnostiziert wurde.

Die ergänzende Einnahme von Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D in Form von Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) oder Arzneimitteln ist laut aktueller Studienlage von geringer bis höchstens moderater Evidenz. Sie sollte nur eingesetzt werden, wenn der Bedarf über die Ernährung nicht ausreichend gedeckt werden kann. Da vor allem ein höheres Lebensalter als Risikofaktor gilt, ist es sinnvoll, etwa jährlich den Calcium- und Vitamin-D-Spiegel bestimmen zu lassen, um einen Mangel ausgleichen zu können und so einer Arthrose vorzubeugen. Zudem sollten ausreichend Proteine – täglich circa 0,8 bis 1,0 g/kg Körpergewicht, bei Sportlern auch etwas mehr – aufgenommen werden, da sie wichtige Bausteine des Gelenkknorpels darstellen. Bei einer ausgewogenen Ernährung sind in der Regel keine ergänzenden Proteinpulver notwendig.

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