| Alexandra Amanatidou |
| 07.09.2026 13:30 Uhr |
Apotheker und Influencer Leon Preschel (rechts) mit Kinderärztin und Influencerin Maria Bea Merscher Alves bei der Kundgebung gegen das GKV-Spargesetz »Es reicht! Gesundheit statt Sparwahn«. / © Leon Preschel
Mehr als 4000 Menschen demonstrierten Medienberichten zufolge am Wochenende gegen das GKV-Spargesetz in Berlin. Auch im Livestream verfolgten mehrere Tausend Menschen die Veranstaltung, so Apotheker Preschel.
Mit seiner Teilnahme an der Demonstration wollte er deutlich machen, welche Auswirkungen der Sparbeitrag der Apotheken auf Patientinnen und Patienten hat. Durch das GKV-Spargesetz sollen 200 Millionen Euro bei den Apotheken eingespart werden. Diese Einsparungen sollen durch die Erhöhung des Kassenabschlags um 30 Cent auf 2,07 Euro ab dem 1. Januar erreicht werden. Dadurch sehen Apotheken das seit Kurzem erhöhte Apothekenfixum wieder geschmälert.
»Dass ein so hoher Sparbeitrag geleistet wird, obwohl das Fixum seit Jahrzehnten nicht an die Inflation angepasst wurde, ist meiner Meinung nach sehr fahrlässig und unverständlich«, sagt der Apotheker gegenüber der PZ.
Für Preschel war es wichtig, dass die Menschen merken, »dass es ein Apothekensterben gibt und dass sich die Versorgung ausdünnt, insbesondere auf dem Land.« Tatsächlich schließen immer mehr Apotheken. So gab es im zweiten Quartal 2026 deutschlandweit erneut deutlich mehr Apothekenschließungen als Neueröffnungen, wie Daten der Landesapothekerkammern zeigen. Bereits im vergangenen Jahr teilte die ABDA mit, dass die Zahl der Apotheken den niedrigsten Stand seit 1977 erreicht habe.
Doch Preschel kam nicht dazu, seine Punkte vorzutragen. Wetterbedingt musste die Kundgebung vorzeitig unterbrochen werden. Mehr als zehn der insgesamt 28 Rednerinnen und Redner kamen nicht zu Wort.
Der PZ liegt die Rede, die er vorbereitet hatte, vor. Darin fordert er eine »vollständige Rücknahme des Spargesetzes und eine finanzielle Stärkung der Apotheken« statt »wie geplant weiter kaputtzusparen«. Er beschreibt das GKV-Gesetz als einen »Schlag ins Gesicht für alle Kollegen, die tagtäglich alles für ihre Patienten geben«. Außerdem merkt er an, dass das Fixum »deutlich unterhalb der Inflationsrate bleibt«, während bei der Zuzahlung von Patientinnen und Patienten für Medikamente »die volle Inflation von etwa 50 Prozent seit 2004 durchschlägt«. Denn Versicherte müssen ab 2027 zwischen 7,50 und 15 Euro für ihre Medikamente bezahlen. »Gesundheit wird damit zunehmend eine Frage des Geldbeutels«, heißt es in dem Manuskript.
Vielleicht kommt Preschel doch noch dazu, seine Rede zu halten. Laut dem Apotheker sind weitere Proteste im Gespräch, unter anderem in München, Leipzig und Stuttgart. Ein konkretes Datum gibt es jedoch nicht.