| Alexandra Amanatidou |
| 04.09.2026 13:00 Uhr |
Der Apotheker und Influencer Leon Preschel warnt, dass Medikamente für alle bezahlbar bleiben müssen und »keine Entscheidung des Geldbeutels« sein dürfen. / © Wort & Bild Verlag / Andreas Müller
Hebammen, Ärztinnen und Ärzte, Notfallsanitäter, Pflegerinnen und Pfleger sowie viele weitere Vertreterinnen und Vertreter von Gesundheitsberufen werden laut dem Programm auf der Demo am Samstag in Berlin eine Rede halten. Auch Preschel wird sich stellvertretend für Apothekerinnen und Apotheker gegen das GKV-Gesetz positionieren.
Er setzt sich gegen die 200 Millionen Euro ein, die durch das neue Gesetz bei den Apotheken eingespart werden sollen. Diese Einsparungen sollen durch die Erhöhung des Kassenabschlags um 30 Cent auf 2,07 Euro ab dem 1. Januar erreicht werden. Dadurch sehen Apotheken das seit Kurzem erhöhte Apothekenfixum wieder geschmälert.
»Ohne auskömmliche Finanzierung der Apotheke vor Ort wird sie früher oder später verschwinden«, warnt Preschel. Er fordert von der Politik ein »klares Bekenntnis zur Apotheke vor Ort mit wirtschaftlicher Stabilisierung statt weiteren Einsparungen«. Tatsächlich schließen immer mehr Apotheken. So gab es im zweiten Quartal 2026 deutschlandweit erneut deutlich mehr Apothekenschließungen als Neueröffnungen, wie Daten der Landesapothekerkammern zeigen. Bereits im vergangenen Jahr teilte die ABDA mit, dass die Zahl der Apotheken den niedrigsten Stand seit 1977 erreicht habe.
Der Apotheker warnt außerdem, dass Medikamente für alle bezahlbar bleiben müssen und »keine Entscheidung des Geldbeutels« sein dürfen. »Patientinnen und Patienten kommen zu uns, weil sie keinen Arzttermin bekommen, viele Leistungen nicht von den Kassen bezahlt werden oder die finanzielle Belastung der Medikamentenzuzahlung für viele ein immer größerer Kostenfaktor ist.«
Denn laut dem neuen Gesetz steigen auch die Zuzahlungen für verschreibungspflichtige Medikamente für Versicherte. Ab 2027 müssen sie demnach zwischen 7,50 und 15 Euro für ihre Medikamente bezahlen und somit 50 Prozent mehr als bisher. Die Zuzahlung darf jedoch nie höher als die tatsächlichen Kosten des Arzneimittels sein, und die Befreiungsgrenzen bleiben bestehen.
Außerdem würden Patientinnen und Patienten »verzweifelt« mit akuten Problemen zu ihm in die Apotheke kommen, weil sie keinen Arzttermin bekommen können. »Viele Probleme können wir in der Apotheke unkompliziert lösen, aber eben nicht alles«, so der Apotheker. Er fragt sich, wie er Patientinnen und Patienten zur Ärztin oder zum Arzt schicken soll, wenn es bereits jetzt zu wenige Termine gibt und in Zukunft noch weniger. »Der absolute Kollaps droht!«
Er fordert, dass ausreichend Arzttermine ohne Budgetierung zur Verfügung gestellt werden. »Wir kommen in der Apotheke immer häufiger an unsere Grenzen«, so Preschel.