| Lukas Brockfeld |
| 13.07.2026 13:00 Uhr |
Auch diese Apotheke in Berlin musste aufgeben. / © Imago/Sabine Gudath
Am ersten Juli wurde das Apothekenfixum von 8,35 Euro auf 9 Euro erhöht. Zum Jahreswechsel soll eine weitere Erhöhung auf 9,50 Euro erfolgen. Für die Apotheken ist es die erste Honorarerhöhung seit 2013. Wie dringend diese Honoraranpassung nötig ist, zeigt sich wieder einmal in der Zahl der Apothekenschließungen.
Wie eine Abfrage der PZ bei den Landesapothekerkammern zeigt, gab es zwischen April und Juni erneut deutlich mehr Apothekenschließungen als Neueröffnungen. Zwar lagen zum Redaktionsschluss noch nicht zu allen Bundesländern Zahlen vor, doch die verfügbaren Daten zeigen eine deutliche Tendenz.
Der Trend des Apothekensterbens setzte sich auch im zweiten Quartal 2026 fort. Schon im vergangenen Jahr fiel die Zahl der deutschen Apotheken auf 16.601 Betriebsstätten – der niedrigste Stand seit 1977. Doch es gibt einen kleinen Lichtblick: Mit Mecklenburg-Vorpommern gibt es immerhin ein Bundesland, in dem die Zahl der Apotheken im zweiten Quartal 2026 gestiegen ist.
Die zahlreichen Schließungen alarmieren die Apothekerschaft, die die Arzneimittelversorgung in Deutschland zunehmend bedroht sieht. »Apotheken sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Gesundheitsversorgung – in der Stadt wie auf dem Land«, sagt etwa Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein. »Damit das auch in der Zukunft so bleibt, brauchen die Betriebe verlässliche Rahmenbedingungen und echte wirtschaftliche Planungssicherheit.«
Die Honorarerhöhung und das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) bewertet er positiv. »Die Reform geht grundsätzlich in die richtige Richtung. Die zusätzlichen Kompetenzen zeigen, wie wichtig Apotheken für eine moderne, niederschwellige Gesundheitsversorgung sind«, so Hoffmann. »Viele Apothekenteams können diese neuen Möglichkeiten schon bald aktiv nutzen und ihre Versorgungsangebote weiterentwickeln.«