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GLP-1-Therapie
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Die Gewichtsabnahme gut begleiten

GLP-1-Therapien gelten als Meilenstein der Adipositas-Behandlung. Gleichzeitig werden sie immer häufiger als vermeintlich einfache Lösung zum Erreichen der Wunschfigur gehandelt. Ernährungswissenschaftler Professor Dr. Martin Smollich vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein erklärt bei der Expopham, warum Inkretinmimetika enormes Potenzial besitzen, ihr Erfolg aber weit mehr erfordert als eine Spritze.
AutorKontaktHanke Huber
Datum 07.09.2026  07:00 Uhr
Die Gewichtsabnahme gut begleiten

Für die einen sind sie eine medizinische Revolution, für die anderen der schnellste Weg zur Wunschfigur: GLP-1-Rezeptoragonisten, besser bekannt als »Abnehmspritzen«, sorgen derzeit für einen beispiellosen Hype. Ursprünglich für die Therapie des Typ-2-Diabetes entwickelt, werden sie heute erfolgreich zur Behandlung der Adipositas eingesetzt – und inzwischen auch von Menschen nachgefragt, die lediglich einige Kilo abnehmen möchten. Mit den bereits in Aussicht stehenden oralen GLP-1-Therapien dürfte ihre Bedeutung künftig noch weiter wachsen – und damit auch der Beratungsbedarf in den Apotheken.

Hoher medizinischer Bedarf

Der medizinische Bedarf ist groß. In Deutschland ist mehr als die Hälfte der Erwachsenen übergewichtig, rund jede fünfte Person gilt als adipös. Die Erkrankung zählt damit zu den größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit und erhöht das Risiko für zahlreiche Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Für Smollich steht daher außer Frage: »Inkretinmimetika sind fantastische Produkte, und sie sind revolutionär.« Aber sie seien keine Wundermittel, schränkt er ein. Denn: Die Therapie erfordert weit mehr als einfach nur das Medikament. »Die größte Fehlannahme ist, dass durch die Spritze alles andere überflüssig wird«, so der Ernährungswissenschaftler und Pharmazeut. Viele Menschen hoffen auf eine einfache Lösung: weniger Appetit, weniger Essen, weniger Gewicht. Tatsächlich setzen GLP-1-Rezeptoragonisten unter anderem am Appetitgefühl und an der Magenentleerung an. Doch genau darin liegt auch eine Herausforderung: Wer deutlich weniger isst, nimmt nicht automatisch das Richtige zu sich.

Wer GLP-1-Rezeptoragonisten nutzt, braucht Smollich zufolge auch immer parallel eine professionelle Ernährungstherapie. Diese kann zum einen Nebenwirkungen wie Übelkeit, Völlegefühl oder Erbrechen reduzieren und die Verträglichkeit verbessern. Gleichzeitig hilft sie, mit der richtigen Wahl an Lebensmitteln und bei Bedarf Nahrungsergänzungsmitteln einen Nährstoffmangel zu verhindern, kann so auch einer Osteopenie und Osteoporose vorbeugen und sie kann den Erhalt von Muskelmasse unterstützen.

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