Oft wird bei der Anwendung von GLP-1-Rezeptoragonisten ein wichtiger Punkt vergessen: »Das Ziel ist nicht, Gewicht zu reduzieren, sondern Fettmasse abzubauen und gleichzeitig Muskelmasse bestmöglich zu erhalten«, betont Smollich. Genau deshalb gehe es bei einer erfolgreichen Therapie eben nicht allein um die Zahl auf der Waage. Vielmehr müsse der starke Appetitverlust genutzt werden, um neue Ernährungsgewohnheiten zu etablieren und den Körper gleichzeitig optimal mit Nährstoffen zu versorgen, insbesondere mit Proteinen.
»Proteine haben in dieser Therapie die höchste Priorität«, sagt Smollich. In Kombination mit regelmäßigem Krafttraining – mindestens dreimal pro Woche – können ausreichend Proteine helfen, den Verlust von Muskelmasse zu begrenzen. Muskeln stehen nicht nur für Kraft oder Ästhetik, sondern für Mobilität, Alltagsfunktionalität, Stoffwechselgesundheit und Lebensqualität – gerade auch mit Blick auf das Älterwerden. Deshalb sei Krafttraining die zweite wichtige Säule in der Therapie, betont Smollich.
Schon jetzt krempeln GLP-1-Rezeptoragonisten die Adipositas-Therapie um. So könnten bariatrische Operationen schon bald nur noch bei sehr speziellen Indikationen zum Einsatz kommen. Die Tragweite geht aber über Adipositas hinaus. So sind Adipositas und Übergewicht eng mit zahlreichen Folgeerkrankungen verbunden – von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Fettleber bis hin zu Stoffwechselstörungen. Smollich: »Das ist eine Revolution für die kardiometabolische Gesundheit.«
Kaum Appetit, langsame Magenentleerung – wie gelingt es trotzdem, ausreichend Proteine, Nähr- und Ballaststoffe zu sich zu nehmen? Warum ist Krafttraining so viel wichtiger als Ausdauertraining? Und welche Nahrungsergänzungsmittel sind wirklich sinnvoll? Diese Fragen beantwortet Prof. Dr. Martin Smollich in seinem praxisnahen Vortrag »Therapiebegleitung bei Inkretinmimetika: Ernährung, Nahrungsergänzungsmittel & Lifestyle« am 17. September 2026 auf der expopharm.