Die Prävention von sexuell übertragbaren Infektionen ist nicht nur ein Thema für Jugendliche. Alle sexuell aktiven Menschen haben ein Risiko, sich zu infizieren. / © Getty Images/skynesher
Sexuell übertragbare Infektionen (STI) nehmen in Deutschland und Europa seit einiger Zeit wieder zu. Im Jahr 2024 erreichten sie in Europa laut einem Bericht der Europäischen Gesundheitsbehörde ECDC einen Rekordwert. Demnach hat sich die Zahl der Gonorrhö-Fälle in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht und die Syphilis-Fälle verdoppelt. Gerade die durch das Bakterium Treponema pallidum ausgelöste Syphilis hat auch in Deutschland laut Angaben des Robert-Koch-Instituts in den Jahren 2023 und 2024 mit mehr als 9000 Erkrankungen einen Höchststand erreicht.
Aufklärung und Prävention sind daher immer noch wichtig. Darauf macht das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) zum Welttag der sexuellen Gesundheit am 4. September aufmerksam und räumt in einer Mitteilung mit verbreiteten Mythen zu STI auf.
Eine vom BIÖG initiierte Studie aus 2023/2024 habe gezeigt, dass zwar 89 Prozent der Befragten HIV/Aids, 83 Prozent Gonorrhö und 82 Prozent Syphilis kennen. Chlamydien als Krankheitserreger sind jedoch nur für 60 Prozent ein Begriff. 73 Prozent der Menschen in festen Beziehungen hätten vor dem ersten gemeinsamen Sex nicht über sexuell übertragbare Infektionen gesprochen, gibt das Bundesinstitut an. Gleichzeitig nahmen 62 Prozent der Personen, die auf Kondome verzichten, an, dass weder sie selbst noch ihr Gegenüber eine sexuell übertragbare Infektion haben. Doch dies ist laut BIÖG einer der Mythen zu STI und dem Schutz vor Infektionen.
Fakt: STI können alle betreffen, die Sex haben. Weder das Aussehen noch der allgemeine Gesundheitszustand lassen erkennen, ob eine STI vorliegt. Denn viele Infektionen verursachen zumindest zeitweise keine auffälligen Beschwerden und können deshalb unbemerkt weitergegeben werden.
Fakt: Kondome sind eine wichtige Schutzmöglichkeit, aber nicht die einzige. Zu Safer Sex gehören je nach Situation auch andere Möglichkeiten, wie etwa Impfungen, die HIV-Präexpositionsprophylaxe und Lecktücher. Außerdem sind offene Gespräche über Schutz und sexuelle Gesundheit wichtig. Der Safer-Sex-Check der BIÖG-Initiative LIEBESLEBEN gibt Empfehlungen, die auf die individuelle Situation zugeschnitten sind.