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Pharmazie in Krisenzeiten
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»Bei der Arzneimittelversorgung ziemlich blank«

Für Krisen- und Kriegszeiten benötigen Apotheken pragmatische Handlungsanweisungen. Was sich bezüglich Bevorratung und Versorgung mit Arzneimitteln und medizinischem Bedarf von der Bundeswehr lernen lässt, erörterte eine Diskussionsrunde, zu der die Landesapothekerkammer Hessen eingeladen hatte.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 08.06.2026  09:00 Uhr

Vor den Toren Darmstadts liegt ein weitgehend unbekannter »pharmazeutischer Schatz«, wie Kammerpräsident Dr. Christian Ude die auf dem Kasernengelände gelegene Bundeswehrapotheke in Pfungstadt nannte.

Das Versorgungs- und Instandsetzungszentrum Pfungstadt – so die korrekte Bezeichnung – ist eine von nur drei Einrichtungen dieser Art in Deutschland. Sie nimmt eine zentrale Rolle für die Einsatzbereitschaft der Truppe ein, da sie nahezu alle Auslandseinsätze der Bundeswehr mit Arzneimitteln und medizinischem Material von Südhessen aus versorgt.

»Im Falle der Landes- und Bündnisverteidigung müssen die Streitkräfte aber von öffentlichen Apotheken mitversorgt werden. Die Bundeswehr kann auch nicht die Zivilbevölkerung versorgen, sondern wir brauchen umgekehrt die Unterstützung der Apotheken vor Ort«, verdeutlichte Dr. Recep Ünver, Oberfeldapotheker und Dienststellenleiter der Pfungstädter Einrichtung.

Die Bundeswehr bevorrate fast ausschließlich Material für die eigenen Einsatzsysteme des Sanitätsdienstes, also etwa Fahrzeuge, Rettungsstationen oder Lazarette, so Ünver. Bis auf wenige Einzelprodukte wie bestimmte antivirale Arzneimittel übernehme die Bundeswehr keine Bevorratung für Bund und Länder. »Im Fall der Fälle sind wir auf die öffentlichen Apotheken angewiesen.«

In seinem Impulsvortrag stellte Ünver den anwesenden Apothekerinnen und Apothekern vor, wie die Arzneimittel- und Medizinprodukteversorgung innerhalb der Bundeswehr organisiert ist. Es gebe drei Ebenen: In den zwei Sanitätsmateriallagern in Epe und Krugau würden sehr große Einsatzvorräte gelagert, die drei Versorgungs- und Instandsetzungszentren in Quakenbrück, Blankenburg und Pfungstadt seien sowohl für den laufenden Betrieb als auch für die Einsatzversorgung zuständig und in den fünf Bundeswehrkrankenhäusern/-apotheken in Ulm, Koblenz, Westerstede, Hamburg und Berlin erfolge die Arzneimittelgroßherstellung.

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