Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Krisenresilienz
-
Wie lange halten die Arzneimittelvorräte?

Ob Stromausfall, Hackerangriff, großes Verkehrsunglück, Naturkatastrophe oder militärischer Ernstfall – es gibt verschiedenste Szenarien, die die Versorgung der Patienten bedrohen können. Auf vielen Ebenen wird an Krisenresilienz gearbeitet, doch letztlich braucht jede Apotheke, ob im Krankenhaus oder öffentlich, eigene Notfallpläne, wie beim ADKA-Kongress in Düsseldorf deutlich wurde.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 12.06.2026  18:00 Uhr
Risiko für die eigene Apotheke analysieren, Notfallpläne aufstellen

Risiko für die eigene Apotheke analysieren, Notfallpläne aufstellen

Vertieft wurden die Themen in einem Seminar, das sowohl zivile als auch militärische Aspekte im Krisenfall beleuchtete. Dr. Daniel Neuser, tätig in der Apotheke des Krankenhauses Maria-Hilf in Krefeld und Beauftragter für Katastrophenpharmazie der ADKA, zeigte auf, das Katastrophenschutz über viele Ebenen läuft, vor allem aber auf kommunaler Ebene funktionieren muss – indem man sich vernetzt (nach dem Motto »In der Krise Köpfe kennen«) und für den eigenen Betrieb Notfallpläne erstellt. 

Zwar erarbeitet die ADKA derzeit auch Handlungsempfehlungen für Krankenhausapotheken und die ABDA hat im vergangenen Jahr Handlungsempfehlungen bei Stromausfall publiziert. Es gebe aber keinen Plan, der für alle gleichermaßen passt. Es gelte, die eigenen Strukturen und Risiken zu analysieren. Wie kommuniziere ich, wenn der Strom ausfällt? Ist auch die Apotheke eines Krankenhauses an die Notstromversorgung angeschlossen? Können meine Mitarbeitenden überhaupt zur Arbeit kommen?

Helfen können eine ehrliche Überprüfung der vorgeschriebenen Bevorratung, diversifizierte Lieferketten oder auch Listen mit ehemaligen Mitarbeitern, die man reaktivieren könnte, und den Notfall auch mal zu proben. Apotheken können in Arzneimittelkommissionen hauseigene Listen essenzieller und kritischer Präparate erstellen, nebst möglichen Alternativen.

»Die pharmazeutische Notffallvorsorge ist vielschichtig, aber notwendig«, so Neuser. »Jede kleine Maßnahme hilft, schneller wieder zur Regelversorgung zu kommen.«

Mehr von Avoxa