| Daniela Hüttemann |
| 12.06.2026 18:00 Uhr |
Vertieft wurden die Themen in einem Seminar, das sowohl zivile als auch militärische Aspekte im Krisenfall beleuchtete. Dr. Daniel Neuser, tätig in der Apotheke des Krankenhauses Maria-Hilf in Krefeld und Beauftragter für Katastrophenpharmazie der ADKA, zeigte auf, das Katastrophenschutz über viele Ebenen läuft, vor allem aber auf kommunaler Ebene funktionieren muss – indem man sich vernetzt (nach dem Motto »In der Krise Köpfe kennen«) und für den eigenen Betrieb Notfallpläne erstellt.
Zwar erarbeitet die ADKA derzeit auch Handlungsempfehlungen für Krankenhausapotheken und die ABDA hat im vergangenen Jahr Handlungsempfehlungen bei Stromausfall publiziert. Es gebe aber keinen Plan, der für alle gleichermaßen passt. Es gelte, die eigenen Strukturen und Risiken zu analysieren. Wie kommuniziere ich, wenn der Strom ausfällt? Ist auch die Apotheke eines Krankenhauses an die Notstromversorgung angeschlossen? Können meine Mitarbeitenden überhaupt zur Arbeit kommen?
Helfen können eine ehrliche Überprüfung der vorgeschriebenen Bevorratung, diversifizierte Lieferketten oder auch Listen mit ehemaligen Mitarbeitern, die man reaktivieren könnte, und den Notfall auch mal zu proben. Apotheken können in Arzneimittelkommissionen hauseigene Listen essenzieller und kritischer Präparate erstellen, nebst möglichen Alternativen.
»Die pharmazeutische Notffallvorsorge ist vielschichtig, aber notwendig«, so Neuser. »Jede kleine Maßnahme hilft, schneller wieder zur Regelversorgung zu kommen.«
Das Virus SARS-CoV-2 hat unsere Welt verändert. Seit Ende 2019 verbreitet sich der Erreger von Covid-19 und stellt die Wissenschaft vor enorme Herausforderungen. Sie hat sie angenommen und rasch Tests und Impfungen, auch für Kinder, entwickelt. Eine Übersicht über unsere Berichterstattung finden Sie auf der Themenseite Coronavirus.