| Ev Tebroke |
| 23.07.2026 15:00 Uhr |
Der PTA-Beruf ist nach wie vor schlecht bezahlt: Die Angestellten verdienen im Median monatlich etwa 900 Euro weniger als andere Vollzeitbeschäftigte / © Shutterstock/Aleksandar Karanov
Monatlich im Mittel 900 Euro weniger Gehalt als der Bundesdurchschnitt, das ist die Gehaltsrealität von PTA im Jahr 2025: Wie aus dem aktuellen Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervorgeht, sehen sich Angestellte in Apotheken nach wie vor mit einem vergleichsweise niedrigen Gehalt konfrontiert.
PTA gelten schon länger als chronisch unterbezahlt und die niedrigen PTA-Löhne mitunter als Grund für den Fachkräftemangel in Apotheken. Apothekeninhaber zahlen bereits meist über Tarif, um Beschäftigte zu halten oder neue hinzuzugewinnen. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Situation vieler Apotheken war beziehungsweise ist dies für viele Inhaberinnen und Inhaber aber schlicht nicht immer möglich.
Wie niedrig die Gehälter in Apotheken im Vergleich ausfallen, machen die aktuellen Entgeltzahlen der Bundesagentur für Arbeit deutlich, die die Behörde nun für 2025 veröffentlicht hat. Demnach lag das mittlere Bruttomonatsentgelt aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten (Median) bei 4217 Euro. Das sind rund 200 Euro mehr als im Vorjahr (5,1 Prozent).
PTA liegen mit einem aktuellen Medianentgelt von 3316 Euro (2024: 3190 Euro) somit nach wie vor weit unter dem Bundesdurchschnitt. Zwar ist auch bei PTA das Mediangehalt gegenüber dem Vorjahr um 126 Euro leicht gestiegen. Doch der Abstand zum Median aller Vollzeitbeschäftigten ist nach wie vor sehr groß. Hinzu kommt, dass laut BA-Zahlen 25 Prozent der PTA mit einem Entgelt von 2761 Euro auskommen müssen, somit 555 Euro unter dem Monatsmedian liegen. Das andere Viertel erhält ein Entgelt von 3852 Euro (536 Euro über dem Median).
Die Höhe des Gehalts ist auch abhängig vom Bildungsgrad. Während Menschen ohne Berufsabschluss im Mittel 3133 Euro erzielten, lag das Medianentgelt bei Arbeitnehmenden mit anerkanntem Berufsabschluss bei 4069 Euro. Für Akademikerinnen und Akademiker wird im Mittel ein Wert von 6146 Euro ausgewiesen.
Auch hier liegt das Gehalt von Apothekerinnen und Apothekern darunter. Das Medianentgelt für den Beruf »Apotheker/in« in der Berufsgattung »Apotheker/innen, Pharmazeuten/Pharmazeutinnen – hoch komplexe Tätigkeiten« beträgt 5404 Euro. Im unteren Viertel liegt der Medianverdienst bei 4443 Euro. Ein Viertel der Apothekerinnen und Apotheker liegt über dem Median, mit einem Entgelt von monatlich 6376 Euro.
Unterschiede beim Entgelt gibt es auch nach wie vor zwischen den Geschlechtern. Bei den PTA beträgt die Differenz zwischen den Entgelten (Gender Pay Gap) rund 360 Euro: Frauen verdienten demnach 2025 im Median monatlich 3289 Euro, männliche Kollegen 3648 Euro. Bei den Apothekerinnen und Apothekern liegt das Entgelt der Männer mit 5902 Euro um beinahe 700 Euro höher als das ihrer weiblichen Kolleginnen (5215 Euro).
Die Medianentgelte sind laut BA keine Durchschnittsgehälter im engeren Sinne. Sondern es bedeutet: Die eine Hälfte der Beschäftigten erzielt ein Entgelt, das unter diesem Medianentgelt liegt, die andere Hälfte liegt darüber. Für die Statistik berücksichtigt die BA nur Vollzeitbeschäftigte. Die Daten basieren auf der Meldung der Arbeitgeber zur Sozialversicherung. Die BA weist darauf hin: Da Löhne und Gehälter nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze für die Rentenversicherung gemeldet werden, die im vergangenen Jahr bei 8050 Euro lag, ist die Höhe des tatsächlich erzielten Entgelts nicht für alle Beschäftigten bekannt.