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Notfallkontrazeption
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Mifepriston effektiver als Levonorgestrel

Levonorgestrel ist ein bewährtes Notfallkontrazeptivum. Laut einer aktuellen Cochrane-Analyse kann ausgerechnet ein Progesteronrezeptor-Antagonist Schwangerschaften effektiver verhindern.
AutorKontaktLina Müller
Datum 23.09.2026  09:00 Uhr

Mifepriston ist ein Progesteronrezeptor-Antagonist, der für medikamentöse Schwangerschaftsabbrüche und zur Einleitung der Wehen eingesetzt wird. Standard-Notfallkontrazeptiva wie Levonorgestrel oder Ulipristalacetat setzt man dagegen ein, um eine Schwangerschaft innerhalb weniger Stunden bis Tage nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr zu verhindern. Ein Cochrane-Review zeigt nun: Mifepriston wirkt auch in dieser Indikation und das offenbar besser als Levonorgestrel, das bis dato am häufigsten zur Notfallkontrazeption verwendet wird.

»Niedrig- bis mitteldosiertes Mifepriston ist eine hochwirksame Option zur Notfallverhütung, über die die Ärzteschaft Bescheid wissen sollte«, erklärt Erstautorin Dr. Shaalini Ramanadhan in einer Pressemitteilung der Cochrane Collaboration. Die Forschenden der Oregon Health & Science University verglichen die Notfallkontrazeption mit Mifepriston unterschiedlicher Dosierungen mit der Einnahme von Levonorgestrel, dem Yuzpe-Regime, bei dem zweimal zwei Dosen einer Estrogen-Gestagen-Kombination gegeben werden, und der Einlage eines Kupfer-Intrauterinpessars. Dazu bewertete das Team Daten von etwa 36.000 Frauen aus 87 randomisierten, kontrollierten Studien.

Mifepriston konnte mehr Schwangerschaften als Levonorgestrel unterbinden und zeigte weniger Nebenwirkungen – sowohl in der niedrigen Dosierung von unter 25 Milligramm als auch in der mittleren von 25 bis 50 Milligramm. Zum Vergleich: Für einen medikamentösen Schwangerschaftsabbruch im ersten Trimester sind 200 bis 600 mg Mifepriston als orale Einzeldosis plus darauffolgend Misoprostol notwendig.

Die Intervention mit niedrig dosiertem Mifepriston verringerte das Schwangerschaftsrisiko verglichen mit Levonorgestrel relativ um 27 Prozent. Die Autoren der Cochrane-Analyse bewerten die Evidenz als hoch. Beide Dosierungen seien wahrscheinlich wirksamer zur Notfallkontrazeption als das Gestagen.

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