| Lukas Brockfeld |
| 06.11.2026 14:30 Uhr |
Mehrere Apotheken berichten von Engpässen bei Grippeimpfstoffen. Laut dem Paul-Ehrlich-Institut ist die Versorgung mit Impfstoffen aktuell sichergestellt / © Adobe Stock/Hans-Joachim Nitschmann
Aktuell gibt es aus der Apothekerschaft mehrere Berichte über Engpässe beim Grippeimpfstoff Efluelda. Demnach kommt nur ein Bruchteil der bestellten Menge in den Apotheken an, wodurch es immer wieder zu Schwierigkeiten bei der Belieferung von Arztpraxen kommt. Andere Apothekerinnen und Apotheker berichten von deutlich verzögerten Lieferungen. Dabei steht der Vorwurf, dass das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) die Chargen zu langsam oder gar nicht freigibt, im Raum.
Auf Nachfrage der PZ schreibt das PEI, dass die Versorgung mit den eingeplanten Mengen an Influenza-Impfstoffen aktuell sichergestellt sei. Außerdem habe das Institut keiner Charge von Efluelda oder einem anderen Grippeimpfstoff die Freigabe verweigert. Mit Stand vom 2. November hätten rund 19,9 Millionen Dosen an Grippeimpfstoff die Chargenprüfung durchlaufen und seien für den deutschen Markt freigegeben worden.
Das PEI räumt jedoch ein, dass der Prozess der Chargenprüfungen und -freigaben in diesem Jahr später begonnen habe als in den Vorjahren. Es habe Lieferverzögerungen vonseiten der Hersteller gegeben, da für die Grippesaison 2026/27 alle drei in den Impfstoffen enthaltenen Virusstämme angepasst werden mussten. »Die Stammanpassung war in diesem Jahr daher besonders umfangreich und hat bei den Herstellern mehr Zeit in Anspruch genommen. Hinzu kommt, dass teilweise auch Produktionsmaterialien erst verspätet verfügbar waren«, schreibt das PEI.
Gegenüber der PZ betont das Institut außerdem, dass mögliche Lieferschwierigkeiten in einzelnen Apotheken nicht zwingend auf mangelnde Verfügbarkeit von Impfstoffen zurückzuführen sind. Außerdem sei das PEI nicht in die komplette Handelskette vom Hersteller über den Großhandel bis hin zur Apotheke eingebunden. Auch wenn man aktuell keine Hinweise auf Lieferengpässe habe, könne es zu kurzfristigen regionalen oder lokalen Engpässen kommen.