Die niedrige Luftfeuchtigkeit in den kalten Monaten begünstigt trockene Augen. / © Getty Images/RealPeopleGroup
»Zehn Mittel im Test sind empfehlenswert, das ist erfreulich«, sagt Heike Dierbach von Stiftung Warentest in einer Pressemitteilung. Die Stiftung bewertete 27 Produkte gegen trockene Augen – darunter Tropfen, Gele, Sprays und Salben – hinsichtlich medizinischer Eignung, Konservierungsmittelfreiheit und Handhabung. Alle getesteten Präparate sind ohne Rezept in der Apotheke oder der Drogerie erhältlich.
Testsieger sind die Augentropfen »Hylo-Vision Safe Drop 0,1%« mit der Bewertung »empfehlenswert«. Sie enthalten 0,1 Prozent Hyaluronsäure als Filmbildner. »Der Wirkstoff ist der bewährte Standard bei trockenen Augen und unterstützt den wässrigen Tränenfilm«, schreibt das Testteam in seinem Bericht. Die Wirksamkeit sei belegt. In der Handhabung erzielte das Präparat mit der Note »gut (2,2)« das beste Ergebnis in dieser Kategorie.
Die weiteren neun Spitzenplätze mit der Bewertung »empfehlenswert« belegen überwiegend Produkte aus der Apotheke, aber auch Drogerieprodukte. Ihre jeweiligen Inhaltsstoffe seien ähnlich gut geeignet, heißt es im Testbericht. Acht der Produkte erhielten die Bewertung »wenig empfehlenswert«. Den letzten Platz belegte ein Produkt der Drogeriekette dm, das unter anderem pflanzliche Extrakte aus Kamille und Euphrasia enthält. Zusatzstoffe wie Kamille zeigen laut der Stiftung Warentest keinen belegten medizinischen Zusatznutzen, bergen aber stattdessen Allergierisiken.
»Unser Rat ist, vor der Anwendung erst einmal zur Augenärztin oder zum Augenarzt zu gehen, um die Ursachen der Augentrockenheit und deren Behandlung zu klären«, so Dierbach. Der Arzt könne dann auch entscheiden, welcher Wirkstoff sich in dem jeweiligen Fall eignet.
Häufig verwendet und gut bewährt ist der Filmbildner Hyaluronsäure in einer Konzentration zwischen 0,1 und 0,4 Prozent. Konservierungsmittel finden sich dagegen kaum noch – nur bei vier der 27 getesteten Produkte war das der Fall. Viele Behältnisse sind inzwischen so konzipiert, dass sie das Wachstum von Keimen verhindern. »Konservierungsfreie Augenmittel sind klar die erste Wahl«, rät Dierbach.
Kritik übte die Stiftung Warentest an der Verpackung und Anwendung der Produkte. So bergen einige Behälter ein Verletzungsrisiko für das Auge. Bei einem Einmaldosis-Behältnis entstand beim Abtrennen des Verschlusses eine Plastikspitze an der Öffnung. Zudem sei es wichtig, dass man die Flaschen mit der gesamten Hand umfassen könne. »Manche Flaschen sind so gestaltet, dass sie beim Tropfen nur mit Daumen und Zeigefinger gehalten werden«, warnt Dierbach. »Da besteht ein Risiko, dass sie abrutschen und in Richtung Auge fallen.«