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Metoprolol
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Erkennbare Vorteile bei COPD

Bei Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) ohne kardiovaskuläre Vorerkrankung konnte die Hinzunahme von Metoprolol zur Standardtherapie in einer Phase-IV-Studie die Rate schwerer Komplikationen nicht signifikant senken. Vorteile für behandelte Patienten waren dennoch erkennbar.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 29.10.2026  17:45 Uhr

Bei COPD sollte alles vermieden werden, was die Atemwege zusätzlich verengt. Kardioselektive Betablocker wie Metoprolol können aber eingesetzt werden, wenngleich die (abgelaufene) Nationale Versorgungsleitlinie bei Patienten mit schwerer COPD und einem hohen Risiko für Exazerbationen zur Zurückhaltung rät.

Möglicherweise wird diese Empfehlung in der Neuauflage der Leitlinie aber anders lauten, denn es gibt Hinweise aus Beobachtungsstudien, wonach kardioselektive Betablocker das Exazerbationsrisiko bei COPD sogar senken könnten. Darauf weist aktuell ein Team um Dr. Josefin Sundh von der Universität Örebro in Schweden im Fachjournal »NEJM Evidence« hin. Mechanismen, die diesem Effekt zugrunde liegen könnten, seien eine Reduktion der Herzfrequenz und damit auch des adrenergen kardialen Stresses, ein Einfluss auf den Lungenhochdruck und die systemische Entzündung, eine reduzierte Freisetzung des endogenen Bronchokonstriktors Endothelin sowie eine weniger starke Downregulation von β2-Rezeptoren, die mit der Anwendung von lang wirksamen β2-Agonisten bei COPD einhergeht.

Für Patienten, die gleichzeitig an COPD und koronarer Herzkrankheit (KHK) oder Herzinsuffizienz litten, sei bereits gezeigt worden, dass kardioselektive Betablocker die Mortalität reduzieren, schreiben die Autoren. Sie initiierten daher eine Studie, um herauszufinden, ob auch COPD-Patienten ohne vorbestehende Herz-Kreislauf-Erkrankung von der Anwendung eines Betablockers profitieren.

Pragmatische Studie in ganz Schweden

Die BRONCHIOLE-Studie war eine offene, pragmatische Phase-IV-Studie, an der in 30 Studienzentren in ganz Schweden insgesamt 1695 COPD-Patienten ohne kardiovaskuläre Vorerkrankung teilnahmen. Die Probanden waren durchschnittlich 70 Jahre alt und 62 Prozent waren Frauen. Die Hälfte der Teilnehmenden wurde weiterbehandelt wie zuvor und die andere Hälfte erhielt zusätzlich zu ihrer Standardmedikation Metoprolol in einer Dosis von zunächst 50 mg einmal täglich, die nach vier Wochen auf 100 mg gesteigert wurde, falls der Puls über 50 Schläge/Minute und der systolische Blutdruck über 90 mmHg lagen.

Der zusammengesetzte primäre Endpunkt der Studie war die Rate an schweren COPD-Exazerbationen, kardiovaskulären Ereignissen oder Tod innerhalb eines Jahres. Hier deutete sich ein Vorteil für die mit Metoprolol behandelten Patienten an, der jedoch nicht statistisch signifikant war (27 Prozent versus 30 Prozent). Im Einzelnen betrugen die Hazard Ratios 0,88 für COPD-Exazerbationen, 0,73 für kardiovaskuläre Ereignisse und 0,92 für Tod, jeweils zugunsten der Metoprolol-Gruppe, aber jeweils ohne statistische Signifikanz.

Nebenwirkungen traten bei 34,6 Prozent der mit Metoprolol behandelten Patienten auf und bei 29,2 Prozent der Patienten in der Vergleichsgruppe; bei den schwerwiegenden Nebenwirkungen waren es 9,4 versus 7,8 Prozent. Die Autoren weisen darauf hin, dass ein beträchtlicher Anteil der Patienten die Metoprolol-Anwendung wegen Verträglichkeitsproblemen abbrach. Außerdem sei die Zieldosis von 100 mg täglich nur bei der Hälfte der Patienten erreicht worden.

Insgesamt zeigt die BRONCHIOLE-Studie somit keine Vorteile für COPD-Patienten ohne kardiovaskuläre Vorerkrankung durch die Einnahme von Metoprolol. Sie untermauert aber, dass die Anwendung des kardioselektiven Betablockers in dieser Population sicher ist. Dies dürfte bei der Entscheidung über eine mögliche Betablocker-Therapie bei COPD-Patienten, die aufgrund von kardiovaskulären Risikofaktoren dafür infrage kommen, Sicherheit geben.

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