Wer Vitamin D einnehmen will, sollte besser täglich ein niedrig dosiertes Präparat einnehmen als Bolusgaben verwenden. / © Getty Images/ eclipse_images
Es gibt mehrere Risikogruppen, denen die Einnahme eindeutig zu empfehlen ist. Laut Privatdozent Dr. Stephan Scharla reiche bei ihnen »eine gesunde Lebensweise hier einfach nicht aus«. Bei einer Online-Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) nannte er folgende Personengruppen, denen eine Substitution zu Gute käme:
Gesunde Erwachsene zwischen 18 und 60 Jahren benötigen aus Sicht des Endokrinologen aus Bad Reichenhall dagegen keine zusätzliche Vitamin-D-Gabe. Im Normalfall baue ein gesunder Mensch im Sommer einen ausreichenden Speicher auf, von dem er im Winter zehrt. Die niedrigsten Vitamin-D-Spiegel werden typischerweise im Februar oder März erreicht – denn dann ist das Depot aufgebraucht. »Es ist zudem gar nicht sicher, ob niedrige Vitamin-D-Spiegel im Winter überhaupt eine krankhafte Bedeutung haben«, erklärte Scharla. Untersuchungen zeigten, dass gesunde Erwachsene im Sommer rund 1 Prozent Knochenmineral aufbauen und im Winter wieder 1 Prozent verlieren.
Wer jedoch Zweifel hat, könne im Winter bedenkenlos ein Supplement in der empfohlenen Dosierung von etwa 25 µg (1000 I. E.) täglich einnehmen. »Das schadet nicht, kostet nicht viel, und man kann sich sicherlich etwas Gutes tun«, so Scharla. Nach seinen Aussagen ist die tägliche Einnahme niedriger dosierter Präparate besser geeignet als eine gelegentliche, hoch dosierte Bolusapplikation. Empfehlenswert seien Dosierungen zwischen 800 I. E. und maximal 3000 I. E. einmal täglich. In der Praxis würden meist 1000 I. E. pro Tag gegeben.
Scharla bekannte sich zu Nahrungsergänzungsmitteln aus der Apotheke – »Weil eine Qualität hinsichtlich der Inhaltsstoffe, der Konzentrationen und der angegebenen Einheiten gegeben ist.«