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Vitamin D
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Wer sollte substituieren – und wie viel?

In Mitteleuropa sind die Vitamin-D-Spiegel vieler Menschen zumindest während der dunklen Jahreszeit am unteren Limit. Für die »Alltags-Substitution ohne klare Indikation« ist die täglich niedrig dosierte Vitamin-D-Einnahme der Bolusgabe im Abstand von mehreren Tagen vorzuziehen.
AutorKontaktElke Wolf
AutorKontaktKatja Egermeier
Datum 27.10.2026  15:00 Uhr

Besser täglich wenig

Vor zu hohen Dosierungen warnte auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) im vergangenen Jahr in einer Stellungnahme. Werden Bolusdosen von beispielsweise 500 µg Vitamin D (20.000 I.E.) eingenommen, bei denen die Anwendung alle 20 Tage erfolgen sollte, könnten laut BfR »im Blut Vitamin-D-Konzentrationen erreicht werden, die Studien zufolge gesundheitliche Risiken mit sich bringen, insbesondere bei Personen, die bereits sehr gut mit Vitamin D versorgt sind«. Diese Risiken sind etwa eine erhöhte Neigung zu Stürzen und Knochenbrüchen. Die Datenlage ist hier zwar nicht einheitlich – in manchen Studien wurden diese Risiken nicht gesehen –, aber bislang konnte auch kein eindeutiger Nutzen durch solche hohen Dosierungen belegt werden.

Als problematisch wertet das BfR auch die Gefahr, dass Vitamin-D-Präparate, die zur Anwendung alle 20, 10 oder 7 Tage bestimmt sind, versehentlich häufiger eingenommen werden, was massive Überdosierungen nach sich ziehen könnte. Menschen, die Vitamin D supplementieren möchten, sollten daher besser ein geringer dosiertes Präparat täglich anwenden. Als Höchstdosis empfiehlt das BfR 20 µg Vitamin D (800 I.E.) pro Tag. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) äußert sich ähnlich zurückhaltend und sieht die Supplementation nur für Risikogruppen vor.

Das BfR betont in seiner Mitteilung, dass sich diese ausschließlich auf Nahrungsergänzungsmittel beziehe, nicht auf Arzneimittel mit Vitamin D. Solche Arzneimittel können in unterschiedlichen Dosierungen und Anwendungsschemata bei verschiedenen Erkrankungen ärztlich verordnet werden.

Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) beträgt der UL (tolerable upper intake level) für Vitamin D 4000 I. E. pro Tag. Bis zu diesem Wert gilt die Aufnahme für Erwachsene und Kinder ab elf Jahren nach derzeitigem wissenschaftlichen Stand als nicht bedenklich. Allerdings ist laut BfR zu beachten: Der UL-Wert bezieht alle Vitamin-D-Quellen mit ein, also auch Sonnenlicht oder die Zufuhr über angereicherte Lebensmittel. Supplementiere man also mit entsprechend hoch dosierten Vitamin-D-Präparaten, sei der Wert schnell erreicht, warnt das BfR. Die tägliche Aufnahmemenge von 800 I. E. reiche auch ohne Sonnenlicht aus, um den Bedarf bei der großen Mehrheit der Bevölkerung zu decken.

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