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Hautkrebs
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Erster mRNA-Krebsimpfstoff auf dem Weg zur Zulassung

Bisher fußte die Euphorie um den von Moderna und Merck entwickelten Impfstoff Intismeran autogen zur personalisierten Behandlung eines Hochrisikomelanoms auf Informationen der Pharmaunternehmen. Jetzt wurden detaillierte Ergebnisse im Rahmen des Europäischen Krebskongresses ESMO in Madrid bekannt gegeben. Die Hersteller wollen mit diesen Daten die Zulassung beantragen.  
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 23.10.2026  14:00 Uhr
Erster mRNA-Krebsimpfstoff auf dem Weg zur Zulassung

Die Entwicklung individualisierter Krebsimpfstoffe hat einen wichtigen Meilenstein erreicht. Erstmals konnte in einer großen Phase-III-Studie gezeigt werden, dass eine auf die individuellen Mutationen eines Tumors zugeschnittene mRNA-Vakzine das Rückfallrisiko bei Krebspatienten signifikant reduziert.

Das Besondere bei diesem Impfstoff ist sein vollständig individualisiertes Wirkprinzip. Anders als klassische Impfstoffe, die gegen ein für alle Patienten identisches Antigen gerichtet sind, wird die mRNA-Vakzine anhand des spezifischen Mutationsprofils des jeweiligen Tumors hergestellt. Zielstrukturen sind sogenannte Neoantigene, also durch somatische Mutationen entstandene Proteine beziehungsweise Proteinfragmente, die vom Immunsystem als fremd erkannt werden können.

Die Kombination mit Pembrolizumab folgt einer immunologischen Logik: Während die Impfung tumorspezifische Immunantworten induzieren beziehungsweise verstärken soll, blockiert Pembrolizumab den inhibitorischen PD-1-Signalweg und unterstützt damit die antitumorale Aktivität von T-Zellen. Die Studie zeigt, dass sich beide immuntherapeutischen Strategien bei Patienten mit Melanom offenbar wirksam ergänzen.

Details zur INTerpath-001-Studie

In der Studie INTerpath-001 senkte der von Moderna und Merck entwickelte Impfstoff Intismeran autogene in Kombination mit dem Immuncheckpoint-Inhibitor Pembrolizumab (Keytruda®) das Risiko eines Melanomrezidivs oder Todes um 42 Prozent gegenüber einer alleinigen Pembrolizumab-Behandlung.

Laut einem Bericht auf der US-amerikanischen Nachrichtenplattform »STAT« wird die wissenschaftliche Präsentation der Studiendaten als eines der Highlights des diesjährigen ESMO-Kongresses gesehen, was auch dadurch unterstrichen wird, dass die ESMO für diese Präsentation einen der besten Präsentationsslots im Rahmen des Präsidialsymposiums am Samstag, dem 24. Oktober, um 16:30 Uhr vorgesehen hat. Dieser Plan wurde allerdings durchkreuzt, als eine Nachrichtenwebsite für Onkologie am Donnerstag bereits einige der Intismeran-Daten veröffentlichte und damit das Medienembargo der Konferenz durchbrach.

An der randomisierten, placebokontrollierten Studie hatten 1137 Patienten mit einem Hochrisikomelanom teilgenommen, deren Tumor zuvor operativ entfernt worden war. Die Teilnehmer erhielten im Verhältnis 2:1 entweder die individuell hergestellte mRNA-Vakzine zusätzlich zu Pembrolizumab oder Pembrolizumab in Kombination mit Placebo. Primärer Endpunkt war das rezidivfreie Überleben (RFS).

Nach zwei Jahren waren in der Impfstoffgruppe noch 82 Prozent der Patienten ohne Krankheitsrückfall am Leben, verglichen mit 70 Prozent in der Kontrollgruppe. Dies entspricht einem absoluten Unterschied von 12 Prozentpunkten. Die Hazard Ratio betrug 0,58, entsprechend einer relativen Risikoreduktion von 42 Prozent über den Beobachtungszeitraum. Damit wurde der primäre Studienendpunkt statistisch hochsignifikant erreicht.

Auch beim wichtigsten sekundären Endpunkt, dem fernmetastasenfreien Überleben, zeigte sich ein signifikanter Vorteil. Nach zwei Jahren waren 88,5 Prozent der Patienten unter der Kombinationstherapie ohne Fernmetastasen, gegenüber 80 Prozent unter Pembrolizumab allein. Die Hazard Ratio lag hier bei 0,62, was einer relativen Reduktion des Risikos für Fernmetastasen oder Tod um 38 Prozent entspricht.

Der Behandlungseffekt war über verschiedene Tumorstadien hinweg weitgehend konsistent. Bei Patienten mit fortgeschritteneren Melanomen der Stadien IIIB bis IV verringerte sich das Rezidivrisiko um 43 Prozent, bei Patienten mit weniger fortgeschrittenen Tumoren der Stadien IIB bis IIIA um 40 Prozent.

Studienleiterin Georgina Long vom Melanoma Institute Australia und der Universität Sydney bezeichnete die Ergebnisse als einen wichtigen Fortschritt. Erstmals habe eine Phase-III-Studie gezeigt, dass eine Behandlung, die auf dem individuellen molekularen Fingerabdruck eines Tumors basiert, das Risiko eines Krebsrückfalls oder Todes verringern kann. Für die Patienten sei bereits die Verlängerung der rezidivfreien Zeit ein klinisch relevanter Nutzen.

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